Guinea Bissau

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ein Cholera-Ausbruch eskalierte 2012 zu einer medizinischen Notsituation in Guinea Bissau.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Cholera ist eine ansteckende, durch Wasser übertragene Krankheit, die zu einer schnellen Dehydration und manchmal auch zum Tod führen kann. In Guinea Bissau kommt es immer wieder zu Cholera-Ausbrüchen, die durch heftige Regenfälle und Überflutungen in Regionen mit schlechter Hygiene sowie unangemessener Wasser- und Abfallversorgung ausgelöst werden.
  • Ein Team von Ärzte ohne Grenzen arbeitete 1999 mit dem Gesundheitsministerium zusammen, um ein nationales Programm für Cholera-Vorsorge aufzubauen. Seitdem haben Nothilfeteams bei schweren Cholera-Ausbrüchen in den Jahren 2005 und 2008 Unterstützung geleistet. Ende August 2012 verzeichnete das Gesundheitsministerium erneut einen Anstieg von Cholerafällen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte im Oktober die Nothilfemaßnahmen in der Hauptstadt Bissau und in den betroffenen Gebieten der Regionen Biombo, Oio und Cacheu.

    Die Teams errichteten ein Cholera-Behandlungszentrum mit 60 Betten in Bissau sowie Behandlungseinheiten in anderen Gebieten. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch Gesundheitszentren bei der Versorgung von Cholera-Patienten: Die Mitarbeiter eröffneten Isolationseinheiten, behandelten Kranke, stellten medizinisches Material zur Verfügung und verbesserten die Hygiene und Sanitäranlagen in den Einrichtungen. Sie trainierten zudem das Gesundheitspersonal und klärten die Bevölkerung über die Krankheit und die Übertragungswege auf.

  • Ärzte ohne Grenzen schlug vor, eine neue orale Cholera-Impfung zu benutzen, die in zwei Dosen verabreicht wird. Sie wurde zuvor bereits in anderen Ländern angewendet. Da Cholera-Impfungen bis zu dem Zeitpunkt noch nicht im Guinea Bissau verwendet worden waren, musste dieser Vorschlag ein komplexes Genehmigungsverfahren durchlaufen. Da die Genehmigung für die Impfung zu spät erteilt wurde, konnte sie auf die Epidemie im Jahr 2012 keinen positiven Einfluss mehr nehmen. Die Regierung stimmte jedoch zu, 2013 eine präventive Cholera-Impfkampagne umzusetzen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1998 in Guinea Bissau.

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