Guatemala

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Der Anteil der Frauen, die das Programm von Ärzte ohne Grenzen zur Behandlung sexueller Gewalt innerhalb von 72 Stunden nach einem Angriff in Anspruch genommen haben, ist in vier Jahren von 17 auf 64 Prozent gestiegen.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Eine rechtzeitige Behandlung setzt voraus, dass die Patienten prophylaktische Medikamente erhalten, die eine Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten, einschließlich einer HIV-Infektion, vermeiden.

    Jahrelang erhielten Opfer sexueller Gewalt in Guatemala kaum Hilfe. Sie wussten zudem nur selten, wo sie überhaupt Hilfe hätten erhalten können. Vor Kurzem gab es diesbezüglich einige positive Veränderungen: Überlebende sexueller Gewalt können jetzt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, bevor sie das Verbrechen anzeigen. Außerdem wird in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen medizinische Hilfe angeboten.

    Ärzte ohne Grenzen schloss die Übergabe dieses Programms an das Gesundheitsministerium im Jahr 2012 ab. Seit 2008 hatten die Mitarbeiter eine 24-stündige Versorgung für Opfer sexueller Gewalt an fünf Standorten zur Verfügung gestellt: in einem Gesundheitszentrum, in zwei Kliniken am Rande von Guatemala-Stadt, in der Notaufnahme des städtischen Allgemeinen Krankenhauses sowie im Gebäude der Staatsanwaltschaft, wo die Überfälle zur Anzeige gebracht werden. Letzteres bedeutet, dass die Opfer sexueller Gewalt ihre Anzeige machen und sofort medizinische Hilfe erhalten können.

    Die Teams leisteten im Verlauf des Programms medizinische, psychologische und soziale Hilfe für fast 4.000 Patienten und führten mehr als 11.000 Nachsorgeuntersuchungen durch. Ärzte ohne Grenzen engagierte sich auch, um die Politik und die praktische Umsetzung zu beeinflussen, wie die Verfügbarkeit einer 24-stündigen Versorgung. Im Jahr 2010 nahm das Gesundheitsministerium ein nationales Protokoll zur Behandlung von Opfern sexueller Gewalt an, das den Zugang zur Gesundheitsversorgung erleichterte. 2011 wurde Ärzte ohne Grenzen gebeten, das Personal zu trainieren, um dieses Protokoll umsetzen zu können. Die Mitarbeiter trainierten 450 medizinische Fachkräfte in 28 Gesundheitseinrichtungen.

  • Am 7. November 2012 ereignete sich an der guatemaltekischen Pazifikküste ein Erdbeben der Stärke 7,2 auf der Richterskala - Hunderte Häuser wurden zerstört.

    Ärzte ohne Grenzen spendete Medikamente an die Gesundheitszentren der betroffenen Bezirke in der Provinz San Marcos. Das Team leistete auch psychologische Nothilfe – also Unterstützung und Beratung sofort nach einem traumatischen Ereignis – für die Überlebenden, die unter Panikattacken litten. In den Bezirken San Juan Ostuncalco erhielten mehr als 300 vertriebene Familien Hygienekits.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1984 in Guatemala.

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