Griechenland

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Migranten ohne Papiere und Asylbewerber werden in Griechenland lange Zeit in Auffanglagern festgehalten. Sie haben dort nur beschränkten Zugang zu Basisangeboten und zur Gesundheitsversorgung.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Massenfestnahmen von Migranten und Asylbewerbern jeden Alters sind üblich. Die Betroffenen können bis zu 18 Monate in Auffanglagern eingesperrt werden. Sie haben nur selten oder überhaupt keine Möglichkeit, mit ihren Familien zu kommunizieren. Ihre körperliche und seelische Gesundheit verschlechtert sich daher oft während der Festnahme. Ärzte ohne Grenzen hat auf die Situation reagiert, indem die Teams medizinische Konsultationen und psychologische Unterstützung für die Menschen anbieten, die in den Auffanglagern in Komotini, Filakio und Drama sowie auf den Polizeistationen in Feres, Soufli, Tychero und Nord-Iasmos festgehalten werden. Die Mitarbeiter haben auch Hilfsgüter wie Kleidung, Schlafsäcke, Handtücher und Seife in den Zentren verteilt, damit die Menschen ein Minimum an Hygiene, Gesundheit und Würde aufrechterhalten können. Diese Aktivitäten wurden im April an das Hellenische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention übergeben. Fünf Monate später nahm Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten in Filakio, Komotini, Feres, Soufli und Nord-Iasmos wieder auf, da die Behörden weder medizinische noch humanitäre Hilfe geleistet hatten. Das Team reagierte in den Auffanglagern auch auf zwei Ausbrüche von Krätze – einer parasitären Hauterkrankung, die sich bei Überbelegung schnell ausbreitet. Mehr als 2.000 Personen wurden zwischen Januar und April sowie zwischen September und Dezember 2013 behandelt.
  • Die Finanzkrise hat in Griechenland dazu geführt, dass das Gesundheitsbudget des Landes um fast 40 Prozent gekürzt wurde. Staatliche Ausgaben für Medikamente wurden ebenso halbiert. Medikamente sind daher nur eingeschränkt verfügbar, nicht nur für gefährdete Gruppen wie Arbeitslose und Nicht-Versicherte, sondern auch für die allgemeine Bevölkerung. Im Oktober begann ein Team von Ärzte ohne Grenzen, bei Nahrungsmittel-Verteilungsstellen in Athen Menschen zu behandeln, die Hilfe benötigten. Die Versorgung vor Ort umfasste medizinische Konsultationen, Krankenhaus-Überweisungen und psychosoziale Überweisungen für Unterkünfte und rechtliche Beratung. Viele Patienten waren arbeitslos oder bereits älter.
  • Aufgrund der eiskalten Temperaturen zum Jahresbeginn 2013 eröffneten die Behörden temporäre Notunterkünfte, um obdachlose Menschen in Athen unterzubringen. Ärzte ohne Grenzen startete im Januar eine Nothilfeaktion.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1991 in Griechenland.

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