Georgien

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Tuberkulose (TB) bleibt weiterhin eine große Herausforderung in Georgien. Viele Menschen leiden unter multiresistenten Formen der TB.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Der mangelnde Zugang zur Tuberkulose-Behandlung sowie die geringe Therapietreue waren ursprünglich für das Auftauchen der multiresistenten Tuberkulose verantwortlich. Diese TB-Form reagiert nicht auf die Standardmedikamente der ersten Therapielinie, da die Bakterien resistent gegen zwei der wichtigsten Antibiotika sind. Gegenwärtig überträgt sich multiresistente Tuberkulose auch durch Tröpfcheninfektion von einem Patienten zum anderen. Die multiresistente TB-Form kann behandelt werden, doch die Therapie dauert bis zu zwei Jahre und benötigt mehrere Medikamente für die Heilung. Die Patienten müssen zudem schwere Nebenwirkungen ertragen, wie Depression, Hörverlust, Übelkeit und Erbrechen.
  • Ärzte ohne Grenzen behandelte im Jahr 2013 Patienten mit multiresistenter Tuberkulose in der Autonomen Republik Abchasien und half bei der Entwicklung eines nationalen Behandlungsprotokolls. Die Aktivitäten umfassten Training, Schreiben von medizinischen Behandlungsprotokollen, Unterstützung im Labor und Lieferung von Geräten und Medikamenten.
  • Das nationale TB-Programm Georgiens ist gut organisiert. Ärzte ohne Grenzen verhandelt derzeit mit den Gesundheitsbehörden über klinische Tests für zwei neue Medikamente zur Behandlung der multiresistenten TB. Sie würden die Therapielänge verkürzen und weniger Nebenwirkungen erzeugen.
  • Ärzte ohne Grenzen leistete 2013 auch weiterhin medizinische Hilfe für gefährdete Personengruppen, die zu Beginn des Programms im Jahr 1993 kaum Zugang zur Gesundheitsversorgung hatten. Die meisten Patienten sind heute zwischen 50 und 70 Jahre alt und leben in Suchumi, Abchasien und Tiflis. Sie sind bettlägerig, isoliert und leiden unter schweren chronischen Krankheiten. Ärzte ohne Grenzen bietet Augenuntersuchungen an, stellt Hilfsmittel wie Rollstühle zur Verfügung und führt ärztliche Hausbesuche durch.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1993 in Georgien.

Nachrichten aus Georgien

Teilen

Vervielfältigen