Unsere Hilfe in Georgien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen übergab die Aktivitäten zur Behandlung der multiresistenten Tuberkulose in der Autonomen Republik Abchasien im August 2014 an eine lokale Organisation. Die Hilfe in Georgien konzentrierte sich danach auf die Behandlung von Patienten mit extrem resistenten Tuberkuloseformen in der Hauptstadt Tiflis.

Unsere Hilfe in Georgien im Einzelnen (Auszug):

  • Trotz einer bedeutsamen Abnahme von Tuberkulosefällen in Georgien in den vergangenen 20 Jahren bleibt die Häufigkeit der Erkrankung hoch. Jedes Jahr werden etwa 500 Patienten auf multiresistente Tuberkulose diagnostiziert und behandelt. Rund zehn Prozent von ihnen leiden nachgewiesenermaßen unter der extrem resistenten Tuberkuloseform. Die Behandlung dieser Patienten ist in mehr als 60 Prozent der Fälle nicht erfolgreich, so dass viele von ihnen an der Erkrankung sterben. Die Statistik des georgischen Gesundheitsministeriums zeigt, dass die Therapie dringend verbessert werden muss. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Georgien daher auf diesen Bereich.  Zwei neue Medikamente, Bedaquilin und Delamanid, sind seit Kurzem für einige Patienten verfügbar, denen keine andere Behandlungsoption mehr bleibt. Die Hersteller der Arzneimittel gewähren sie per Einzelfallentscheidung.
  • Seit September 2014 unterstützt Ärzte ohne Grenzen das Nationale Zentrum für Tuberkulose und Lungenerkrankungen in Tiflis. Das Team bot dem Krankenhauspersonal Trainings und technische Hilfe an, um das Aufspüren und die klinische Versorgung von Patienten mit extrem resistenter Tuberkulose zu verbessern. Gleichzeitig sollen diese Patienten möglichst früh die neuen Arzneimittel erhalten. Seit Dezember profitierten 18 Patienten mit extrem resistenter Tuberkulose von Bedaquilin.
  • Die Hilfe in Georgien soll von 2016 an auch klinische Studien für eine neue und bessere Behandlung von multiresistenter Tuberkulose im Nationalen Zentrum für Tuberkulose und Lungenerkrankungen umfassen. Ziel dieser Studien wird es sein, neue Behandlungspläne aufzustellen, die alte und neue Tuberkulosemedikamente kombinieren. Zudem sollen die Arzneimittel  auf Giftigkeit und Wirksamkeit geprüft werden. Eine Förderung dieser Aktivitäten in Tiflis durch UNITAID war Ende 2014 im Gespräch.
  • Im August 2014 übergab Ärzte ohne Grenzen die Projekte in Abchasien an eine lokale Nichtregierungsorganisation, die von früheren Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen gegründet wurde. Dabei handelte es sich um das Versorgungsprojekt für ältere und gefährdete Personen sowie um die Aktivitäten zur Behandlung von herkömmlicher Tuberkulose (TB) und multiresistenter TB. Die Unterstützung von Patienten mit chronischen Krankheiten umfasste die häusliche Pflege, Augenuntersuchungen und die Lieferung von Hilfsmitteln wie Rollstühle. Ärzte ohne Grenzen wird weiterhin den Transport von Sputum-Proben von Abchasien an das Labor in der georgischen Hauptstadt Tiflis übernehmen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1993 Hilfe in Georgien an.

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