Unsere Hilfe in Äthiopien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Äthiopien darauf, südsudanesische Bürgerkriegsflüchtlinge zu versorgen, die zwischen Dezember 2013 und Oktober 2014 in die westliche Region Gambella flohen.

Die Hilfe in Äthiopien im Einzelnen (Auszug):

  • Der lange Fußmarsch ohne ausreichende Nahrung und Wasser führte dazu, dass viele Flüchtlinge krank und mangelernährt in Äthiopien ankamen. Ärzte ohne Grenzen versorgte ab Februar 2014 die Menschen medizinisch nahe der Grenze. Die Teams arbeiteten in Gesundheitsposten in Pagak und Tiergol, betreuten mobile Kliniken in Pamdong und Burbiey und gaben ambulante Konsultationen in einem Gesundheitsposten im Transitlager in Matar.
  • Die Hilfe in Äthiopien umfasste auch ein Programm im Lager Leitchuor. Das Krankenhaus mit 100 Betten bot ambulante Konsultationen an sowie Notaufnahmen, Geburtshilfe und die Behandlung von Mangelernährung. Gesundheitshelfer spürten im Lager Patienten auf, die dringend Hilfe benötigten. Da das Camp in einer Region liegt, die von Überflutungen betroffen ist, wurde es während der Regenzeit überschwemmt. Die Flüchtlinge mussten daher in Camps anderer Dörfer umgesiedelt werden, die höher lagen.
  • In einer Klinik mit 118 Betten in Itang, nahe der Camps Kule und Tierkidi, leisteten die Mitarbeiter die stationäre und ambulante Versorgung der lokalen Bevölkerung  und der Flüchtlinge. Bis April 2014 hatten sich hier 100.000 Menschen niedergelassen. Aufgrund der Überschwemmungen im August musste die Bettenanzahl schließlich verringert werden. Die Mitarbeiter dezentralisierten die medizinische Versorgung durch zwei Gesundheitsposten im Camp Tierkidi und drei Gesundheitsposten im Lager Kule. Zusätzlich betrieben sie ein Krankenhaus mit 120 Betten in Kule, das über eine Isolierstation für Hepatitis E-Patienten verfügte. 541 Erkrankte mit Verdacht auf Hepatitis E wurden hier zwischen Juli und Dezember 2014 behandelt.
  • Ärzte ohne Grenzen weitete die Hilfe in Äthiopien auf die Wasserversorgung aus: Die Mitarbeiter produzierten 56,4 Millionen Liter sauberes Trinkwasser, bevor sie im Juli 2014 die Aktivitäten an die Organisation Oxfam übergaben. Außerdem bauten sie 2.500 Duschen, 1.200 Latrinen und 180 Handwaschstationen in den Camps. Im Juli unterstützten die Teams zudem in der Region Gambella eine Impfkampagne gegen Cholera. 155.000 Menschen erhielten zwei Impfdosen. Im November immunisierten sie rund 23.000 Kinder zwischen sechs Wochen und fünf Jahren gegen Pneumokokken und übliche Kinderkrankheiten.
  • In der Region Southern Nations, Nationalities and People´s Region (SNNPR) konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in den Bezirken Aroressa und Chire (Sidama-Zone) auf Frauen und Kinder unter fünf Jahren. Die Teams arbeiteten in zwei Gesundheitszentren in Mejo und Chire. Sie führten zudem Aufklärungsaktivitäten in 13 Ortschaften durch und bauten zwei Häuser für Hochrisiko-Schwangere, die weit entfernt von einer Geburtshilfeklinik leben. Die Mitarbeiter überwiesen pädiatrische Notfälle und Frauen mit Geburtskomplikationen an die Krankenhäuser in Hawassa, Yirga Alem oder Addis Abeba.
  • Im Oktober 2014 wurde in der Region SNNPR ein neues Projekt gestartet: Ziel dieser Hilfe in Äthiopien war es, in den sechs Zonen Sidama, Wollayta, Gamogofa, Segen, South Omo und Bench Maji die Notfallvorsorge, das epidemiologische Überwachungssystem und die Reaktionskapazität des SNNPR-Gesundheitsteams zu stärken.
  • Armut und Konflikte zwischen der Regierung und Oppositionsgruppen führten auch 2014 dazu, dass monatlich bis zu 500 somalische Flüchtlinge in die Liben-Zone kamen. In den beiden Lagern Buramino und Hiloweyn lebten rund 77.000 Menschen. Ärzte ohne Grenzen leistete Basisgesundheitsversorgung im Aufnahmezentrum und in den beiden Lagern. Die Mitarbeiter unterstützten auch somalische Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in Dolo Ado, Liben-Zone. Im Krankenhaus arbeiteten sie auf der Kinderheilstation, im Stabilisierungszentrum, in der Notaufnahme, im Labor sowie in der chirurgischen Geburtsnothilfe und auf der Mütterstation. Zwischen Januar und März 2014 impften sie 12.100 Kinder gegen Masern. Zudem führten sie gemeinsam mit dem Regionalen Gesundheitsbüro mehrere Impfkampagnen gegen Polio durch.
  • Im Regionalen Krankenhaus in Degehabur kümmmerte sich Ärzte ohne Grenzen um die stationäre Versorgung von Kindern unter fünf Jahren, die Tuberkulose-Behandlung, die Ernährungshilfe, die Notaufnahme und Intensivstation. Die Teams unterstützten auch drei Gesundheitszentren und neun Gesundheitsposten in den Bezirken Degehabur, Ararso und Birquod. Der Fokus lag auf der Mutter-Kind- und Ernährungshilfe sowie auf Impfungen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Äthiopien wurde ab September das Fiq-Krankenhaus in der Zone Nogob unterstützt. Zu den Aktivitäten gehörten: Überweisungen für Notfälle, ambulante Konsultationen, Ernährungshilfe, stationäre Pädiatrie, Geburtshilfe, Gynäkologie sowie Apotheken- und Laboraufgaben. Zudem wurde ein Gesundheitshelfer-Netzwerk gebildet.
  • In Danod bot Ärzte ohne Grenzen Basismedizin in einem Gesundheitszentrum an, betreute mobile Klinken in vier Dörfern des Bezirks und führte 2014 mehr als 12.000 Konsultationen durch. In Wardher und Umgebung fuhren die Mitarbeiter mit mobilen Kliniken in fünf Dörfer und betreuten das Gesundheitszentrum in Yucub. In den Bezirken Wardher und Danod betrieben sie zudem einen Rettungswagen-Service für 18 Ortschaften, um Patienten in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus nach Wardher zu bringen. Dort unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Kinderheilstation, die Tuberkulose-Abteilung und Geburtshilfe sowie die Stabilisierungsstation für schwer mangelernährte Kinder. Außerdem halfen sie dem Gesundheitsministerium, einen Operationssaal für Geburtsnothilfe einzurichten sowie Impfkampagnen durchzuführen. Im September übergab Ärzte ohne Grenzen die Routine-Impfungen, die Versorgung chronisch Kranker sowie die Triage im Krankenhaus an die nationalen Gesundheitsbehörden.
  • Die Hilfe in Äthiopien umfasste auch die Behandlung der parasitären Krankheit Kala Azar (viszerale Leishmaniose), die unbehandelt oft tödlich verläuft. In Abdurafi, Region Amhara, wurden Kala Azar-Patienten sowie mit HIV/Aids oder Tuberkulose koinfizierte Patienten behandelt. Mehr als 1.200 Personen wurden 2014 auf Kala Azar untersucht.
  • Zudem füllten die Mitarbeiter Engpässe in der Notversorgung und behandelten mangelernährte Kinder unter fünf Jahren stationär. Darüber hinaus brachten sie Patienten in die Krankenhäuser nach Humera und Gondar.
  • Beendet wurde die Hilfe in Äthiopien im Januar 2014 in Raad, Region Gambella. Dort hatte Ärzte ohne Grenzen im Juli 2013 ein Nothilfeprojekt für südsudanesische Flüchtlinge gestartet. Im Mai 2014 stellten die Teams die Flüchtlingshilfe in der westlichen Region Benishangul-Gumuz ein.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Äthiopien an.

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