Unsere Hilfe in Äthiopien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Trotz des beträchtlichen wirtschaftlichen Aufschwungs im Land haben viele Äthiopier keinen Zugang zu medizinischer Hilfe, vor allem in entlegenen und konfliktreichen Gebieten.

Unsere Hilfe in Äthiopien im Einzelnen (Auszug):

  • Auch Zehntausende Flüchtlinge benötigten 2012 medizinische Versorgung. Bis Ende des Jahres waren etwa 170.000 somalische Flüchtlinge in den südlichen und östlichen Landesteilen angekommen. Sie waren vor dem Konflikt in ihrer Heimat und den Folgen der schweren Dürre im Jahr 2011 geflohen. Im Westen kamen vor allem Flüchtlinge aus dem Sudan und Südsudan an, die vor der Gewalt in ihrer Heimat Zuflucht suchten. Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2012 die medizinische Hilfe für Flüchtlinge und lokale Gemeinden nahe der Camps sowie für Menschen ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung fort.
  • In der südlichen Grenzstadt Dolo Ado, die zur Liben-Zone in der Region Somali gehört, wurden die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft medizinisch untersucht und gegen Masern geimpft. Darüber hinaus konnten sie ambulante Konsultationen, chirurgische Eingriffe, vor- und nachgeburtliche Untersuchungen, Impfungen und Tuberkulose-Behandlungen in einem Gesundheitszentrum in Anspruch nehmen, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wurde. Zeitweise betreuten die Teams auch Basisgesundheits- und Ernährungsprogramme in fünf Flüchtlingslagern in der Liben-Zone. Monatlich wurden etwa 30.000 Kinder auf Mangelernährung untersucht. Kinder wurden zudem auf Keuchhusten, Kala-Azar und Durchfallerkrankungen diagnostiziert und behandelt. Diese Aktivitäten wurden 2012 an die Behörden übergeben.
  • Da viele Flüchtlinge unter psychischen Beschwerden litten, führte Ärzte ohne Grenzen rund 1.090 individuelle Einzelgespräche und mehr als 400 Folgesitzungen durch. Ambulante Teams hielten rund 14.840 Aufklärungssitzungen, um die Flüchtlinge über psychische Leiden zu informieren und ihnen Empfehlungen zu geben, wie sie in ihren Gemeinschaften die psychische Widerstandsfähigkeit stärken können.
  • Im Westen Äthiopiens unterstützte Ärzte ohne Grenzen das regionale Gesundheitsbüro, um den steigenden Bedarf an basis- und fachmedizinischer Hilfe für Flüchtlinge aus dem Südsudan zu decken. Die Teams gaben mehr als 60.000 Sprechstunden im Gesundheitszentrum in Mattar und mithilfe mobiler Kliniken.
    Als die Behörden 12.000 sudanesische Flüchtlinge vom Camp Ad-Damazin, das nahe der sudanesisch-äthopischen Grenze liegt, nach Bambasi, Region Benishangul-Gumuz, übersiedelten, war fast jedes vierte Kind mangelernährt. Die Mitarbeiter behandelten 500 mangelernährte Patienten, impften 3.000 Kinder gegen Masern und verteilten Nahrungsmittel an 4.000 Personen.
  • Von März bis Mai unterstützte Ärzte ohne Grenzen kenianische Flüchtlinge nahe der Grenzstadt Moyale.
  • In der Region Somali betreuten die Teams je ein Gesundheitszentrum in West-Imey und Ost-Imey sowie mobile Kliniken. Da die medizinische Versorgung für die mehrheitlich nomadische Bevölkerung mittlerweile gut etabliert ist, werden die Aktivitäten Anfang 2013 an die Behörden übergeben.
  • Im Nordosten der Region Somali setzte Ärzte ohne Grenzen im Gebiet Ogaden die Arbeit im Krankenhaus der Stadt Degehabur fort. Die Teams boten dort Geburtsnothilfe, vorgeburtliche Untersuchungen, Hilfe gegen Mangelernährung sowie medizinische und psychologische Unterstützung für Opfer sexueller Gewalt an. Im Krankenhaus in Wardher konzentrierten sie sich auf die Behandlung von Tuberkulose (TB), Mangelernährung, reproduktive Gesundheitsversorgung und Impfungen. Zudem betreuten sie eine Klinik in Danod.
  • Bereits 2010 eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein Programm in Sidama, Region Southern Nations, Nationalities and Peoples (SNNPR), mit einem besonderen Fokus auf die Versorgung von Müttern und Kindern. 2012 wurden hier mehr als 50.000 Frauen und 34.000 Kinder behandelt. Zudem trainierten die Teams Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums.
  • TB ist nach Malaria die zweithäufigste Todesursache in Äthiopien. Es gibt Anzeichen, dass die multiresistente TB-Form (MDR-TB) zunimmt. In der östlich gelegenen Stadt Dire Dawa unterstützte Ärzte ohne Grenzen daher die Behörden, ein dezentralisiertes MDR-TB-Programm zu starten, das die Patienten ambulant versorgt.
  • Kala-Azar ist eine parasitäre Erkrankung, die durch den Biss einer Sandfliege übertragen wird. Sie ist unbehandelt fast immer tödlich. In Abdurafi, Region Amhara, unterstützten die Teams die Gesundheitsbehörden in der Behandlung von Kala-Azar. Zudem versorgten sie Patienten, die gleichzeitig an HIV erkrankt waren. Dabei konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen vor allem auf besonders gefährdete Gruppen wie Migranten sowie Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1984 in Äthiopien.

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