Unsere Hilfe in Ägypten

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die Hilfe in Ägypten konzentrierte sich 2014 für Ärzte ohne Grenzen auf die medizinische Versorgung von Menschen auf der Flucht. Denn Ägypten ist für Flüchtlinge und Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten ein wichtiges Transit- und Zielland. Seit 2011 hat Ägypten eine massive Zunahme an Zu- und Abreisen verzeichnet.

Unsere Hilfe in Ägypten im Einzelnen (Auszug):

  • Die regionale Instabilität führt dazu, dass der Strom von Flüchtenden anhält. Im Jahr 2014 überquerten 177.000 Personen das Mittelmeer,  um Italien zu erreichen. Die meisten kamen aus Libyen und Ägypten. Es wird geschätzt, dass mindestens eine halbe Million Migranten in Ägypten leben (von denen 193.000 als Flüchtlinge anerkannt sind), wo sie nur schwer Arbeit finden, kaum Hilfe erhalten und oft Schikanen ausgesetzt sind. Viele dieser Menschen haben in ihrer Heimat oder während der gefährlichen Reise über das Meer Gewalt erlebt. Im Rahmen der Hilfe in Ägypten bot Ärzte ohne Grenzen 2014 psychologische Unterstützung an sowie fachmedizinische Untersuchungen für diejenigen an, die Opfer von sexueller Gewalt und Folter geworden sind.

  • 2014 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Ägypten aus: Die Teams eröffneten eine zweite Klinik in Kairo. In der neuen Klinik im Bezirk Maadi sowie in der bereits bestehenden im Bezirk Nasr City wurden insgesamt 11.030 Konsultationen durchgeführt. Darüber hinaus wurden 1.690 gefährdete Personen an der nördlichen Küste behandelt, mehr als 1.000 Sprechstunden abgehalten und 1.435 Hygienepakete verteilt.

  • Die Hilfe in Ägypten umfasste auch eine Kooperation zwischen Ärzte ohne Grenzen und dem Gesundheitsministerium, um Patienten mit Hepatitis C zu behandeln. Schätzungsweise 14 Prozent der Bevölkerung sind infiziert. Dies ist die höchste Infektionsrate weltweit. Der Zugang zu medizinischer Hilfe in Ägypten wird allerdings durch die Kostenbeteiligung und die zentrale Versorgungsstruktur eingeschränkt. Ein dezentrales Behandlungsmodell wird derzeit entwickelt: 2015 soll eine Klinik im ländlichen Regierungsbezirk Bayoum in die bestehende Gesundheitsstruktur integriert werden.

  • Das Gesundheitszentrum für Mütter und Kinder "Abu Elian" wurde im Juni 2014 geschlossen. Die Patienten wurden an bestehende Einrichtungen in der Nähe überwiesen, die die notwendigen Dienstleistungen anboten. Seit 2012 wurden mehr als 40.054 Sprechstunden in "Abu Elian" durchgeführt. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2010 Hilfe in Ägypten an.

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