Ägypten

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Migranten und Menschen, die in entlegenen Gebieten Ägyptens leben, haben einen schlechten Zugang zu medizinischer Hilfe.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • In der Klinik Abu Elian, am Stadtrand von Kairo, bietet Ärzte ohne Grenzen Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder unter fünf Jahren an. Im Jahr 2013 führten die Teams rund 1.700 Sprechstunden monatlich durch. 70 Prozent der Patienten waren kleine Kinder, die unter Atemwegsinfektionen, Darmparasiten, Haut- und Durchfallerkrankungen litten. Ärzte ohne Grenzen stellt auch Transportmöglichkeiten zur Verfügung und zahlt die Krankenhauskosten für Schwangere, wenn sie an die Notaufnahme der Klinik überwiesen werden, die rund um die Uhr geöffnet ist.
  • Viele Migranten und Flüchtlinge, die in Ägypten leben, sind Opfer von Gewalt. Im Jahr 2013 bot Ärzte ohne Grenzen weiterhin psychologische Hilfe für 742 neue Patienten an. Zudem gaben die Teams 2.530 Folgesitzungen. Außerdem behandelten sie 305 neue Fälle von sexueller Gewalt und führten 960 Folgebehandlungen in der Nasr-City-Klinik für psychologische Hilfe in Kairo durch.
  • Es gibt ein sehr hohes Aufkommen an Hepatitis C in Ägypten: Etwa zwölf Prozent der allgemeinen Bevölkerung ist Schätzungen zufolge infiziert. In den vergangenen zwei Jahren verhandelte Ärzte ohne Grenzen mit dem Nationalen Komitee für Virale Hepatitis über ein Hepatitis C-Projekt. Ziel ist es, die Behandlungstreue der Patienten zu verbessern, indem die medizinische Hilfe dezentralisiert wird. Vor allem in ländlichen Gebieten könnte die Überwindung von Kostenfragen und Entfernungen die Heilungsrate der Patienten enorm verbessern. Anfang 2014 erhielt Ärzte ohne Grenzen die Genehmigung, die erste Projektphase im Regierungsbezirk Fayoum, südlich von Kairo, zu beginnen.
  • Insbesondere während des sehr harten Winters 2013/2014 unterstützten die Teams von Ärzte ohne Grenzen gefährdete Familien in Kairo und Alexandria, indem sie medizinische und psychiatrische Konsultationen anboten sowie Waschutensilien und Decken verteilten.
  • Ärzte ohne Grenzen trainierte zudem eine Reihe von freiwilligen ägyptischen Ärzten in Kairo, darunter auch Personal des ägyptischen Gesundheitsministeriums. Die Mediziner lernten, bei Demonstrationen schnell und effektiv medizinische Hilfe vor Ort zu leisten. Dabei ging es auch um den Umgang mit einer hohen Anzahl von Verletzten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2010 in Ägypten.

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