Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo auf die humanitären Folgen des Konflikts in den östlichen Provinzen des Landes und reagierte landesweit auf den Ausbruch von Epidemien.

Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo im Einzelnen (Auszug):

  • Die aufeinanderfolgenden Kriege in der Demokratischen Republik Kongo haben sich negativ auf die Gesundheitsinfrastruktur und die öffentlich finanzierten Einrichtungen ausgewirkt. Gewalt, Angst und Vertreibung hielten auch 2014 in den östlichen Provinzen an. In Kooperation mit dem Gesundheitsministerium leistete Ärzte ohne Grenzen umfassende Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo. Die Teams boten basis- und fachmedizinische Leistungen an: ambulante und stationäre Versorgung, Chirurgie, Geburtshilfe, psychologische Unterstützung, pädiatrische Hilfe inklusive Impfungen, Behandlung bei Mangelernährung, HIV und Tuberkulose sowie Nachversorgung von Gewaltopfern, vor allem von Betroffenen sexueller Gewalt. Darüber hinaus reagierten sie vorbeugend und behandelnd auf den Ausbruch von häufig lebensgefährlichen Epidemien wie Malaria, Cholera oder Masern.
  • 2013 wurden vier kongolesische Kollegen von Ärzte ohne Grenzen in der Provinz Nordkivu entführt. 2014 wurde eine Mitarbeiterin freigelassen. Die Organisation bemüht sich weiterhin um die Freiheit der drei anderen Kollegen.
  • Die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo  konzentrierte sich 2014 in der Provinz Nordkivu auf die Unterstützung des 300-Betten-Krankenhauses in Rutshuru. Es ist das einzige Hospital in der Region Rutshuru, in dem die ansässige Bevölkerung und die Vertriebenen fachmedizinische Hilfe erhalten können. Mehr als 28.800 Patienten wurden 2014 aufgenommen, ein Anstieg um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Teams arbeiteten auch im Krankenhaus in Masisi, in einem ambulanten Zentrum in Masisi sowie in einer Klinik in Nyabiondo, westlich von Masisi. Eine Impfkampagne in einer extrem entfernt liegenden Gebirgsregion, südlich von Masisi, schützte mehr als 4.000 Kinder und Schwangere vor mehreren ansteckenden Krankheiten.
  • In den Krankenhäusern in Mweso und Walikale sowie in angeschlossenen Gesundheitseinrichtungen leisteten die Mitarbeiter basis- und fachmedizinische Hilfe. In der Gesundheitszone Walikale wurden 2014 rund 16.200 Malaria-Patienten durch mobile Kliniken versorgt.
  • Nach 21.100 Sprechstunden im Jahr 2014 zog sich Ärzte ohne Grenzen aus dem Lager Mugunga 3, in Goma, zurück. Die Aktivitäten im Camp Bulengo wurden im Dezember an andere Organisationen übergeben. Die Teams unterstützten weiterhin ein kleines Cholera-Behandlungszentrum am Stadtrand von Goma sowie bis Mai 2014 in der Gesundheitszone Birambizo die pädiatrische Versorgung in einer Klinik in Kabizo. Im Juli brachten sie eine Cholera-Epidemie in Kibirizi unter Kontrolle.
  • Die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo bezog sich in der Provinz Südkivu auf das Allgemeine Krankenhaus in Shabunda, das kleinere Hospital in Matili sowie auf sieben Gesundheitszentren. Zudem versorgten die Teams die lokale Bevölkerung und Vertriebene in Minova und Kalonge durch lokale Krankenhäuser und Kliniken. Das Projekt in Kalonge wurde im April an das Gesundheitsministerium übergeben.
  • In Baraka, Bezirk Fizi, behandelte Ärzte ohne Grenzen mehr als 101.200 Malaria-Patienten, half bei 8.500 Geburten und versorgte 2.035 Cholera-Kranke. Zudem unterstützten die Mitarbeiter das Lulimba-Krankenhaus in der Gesundheitszone Kimbi Lulenge: Sie behandelten mehr als 76.100 Patienten ambulant und 42.800 Malaria-Kranke. In Misisi wurde im Oktober eine Klinik eröffnet, die vor- und nachgeburtliche Untersuchungen, Behandlung von sexuell übertragbare Infektionen, Versorgung von Opfern sexueller Gewalt und Familienplanung anbot.
  • In der Stadt Kalemie, Provinz Katanga, bekämpfte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit Kooperationspartnern vorbeugend den Ausbruch von Cholera. Die Mitarbeiter verbesserten die Wasserversorgung, verteilten Wasserfilter, impften 51.400 Personen gegen Cholera im Juli  und behandelten 700 Patienten im Juli und August. In Kongolo versorgten sie mehr als 12.300 Kinder unter fünf Jahren, die an Malaria erkrankt waren, und nahmen mehr als 1.350 Kinder mit schwerer oder komplizierter Malaria ins Krankenhaus auf. Die Teams arbeiteten zudem in sechs Kliniken in der Umgebung von Kongolo und reagierten in der Provinzhauptstadt Lubumbashi auf einen Masern- und Cholera-Ausbruch.
  • Die Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo umfasste in dieser südlichen Provinz vor allem die Unterstützung des Krankenhauses sowie von sechs Kliniken in Shamwana. In den konfliktreichen Gesundheitszonen Kiambi, Mitwaba und Kilwa, in denen es oft zu Vertreibungen kam, boten die Teams basis- und fachmedizinische Hilfe an und führten rund 67.000 ambulante Konsultationen durch. Auf der Achse Mpiana – Kishale behandelten sie einfache Malaria an neun Standorten und brachten Patienten mit Motorrädern ins Krankenhaus. Mehr als 37.000 Malaria-Patienten wurden zudem während einer zweiwöchigen Nothilfeaktion in Kinkondja behandelt.
  • Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und bewaffneten Widerstandsgruppen fanden 2014 weiterhin in der Gesundheitszone Gety statt. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich dort vor allem auf die Versorgung von Frauen und Kindern unter fünf Jahren. Im Krankenhaus in Gety betreuten die Teams die Notaufnahme, die Intensivstation, die Kinder- und Geburtshilfestation, das Labor und die Bluttransfusionen. Im September wurde eine neue Station für Säuglinge eröffnet. Die Teams behandelten 2014 insgesamt 96.800 Patienten und spendeten Medikamente.
  • Das Schlafkrankheitsprojekt in Ganga-Dingila, Ango und Zobia wurde wegen niedriger Patientenzahlen geschlossen, nur in Doruma liefen die Aktivitäten weiter. Im Dezember wurde auch die Unterstützung des Krankenhauses in Dingila beendet.
  • Im Rahmen der Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo unterstützte Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Kinshasa ein umfassendes HIV-Programm im Stadtviertel Masina, das neben einer qualitativ hochwertigen Versorgung auch Tests für Hochrisikogruppen, die Einführung von Patientengruppen und Viruslastüberprüfungen einschloss.
  • Zu den Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen gehörte 2014 auch, dass die Teams landesweit den Ausbruch von Krankheiten überprüften. So reagierten sie auf eine Masern- und Typhus-Epidemie sowie auf den Verdacht von Gelbfieber. Als im August der erste Ebola-Fall bestätigt  wurde, richteten die Teams zwei Behandlungszentren ein und kooperierten mit den Behörden, um den Ausbruch zu kontrollieren. Von den 25 behandelten Ebola-Patienten konnten 13 entlassen werden. Im November wurde die Epidemie für beendet erklärt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1981 Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo an.

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