Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Da das Gesundheitssystem in der Demokratischen Republik Kongo nicht funktioniert, haben viele Menschen keinen Zugang zu basismedizinischer Versorgung. Im Jahr 2013 kam es zu vielen vermeidbaren Ausbrüchen von Cholera, Malaria und Masern. Die Konflikte in den östlichen Provinzen hielten zudem an und führten zur Vertreibung von Tausenden Menschen.

Unsere Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo im Einzelnen (Auszug):

  • Der jahrzehntelange Konflikt, das unterfinanzierte Gesundheitssystem und die anhaltende Gewalt verursachen große Not. Humanitäre Hilfe konzentriert sich vielfach auf große Städte und Orte, die als sicher gelten. Es gibt jedoch einen großen Bedarf an schneller, flexibler humanitärer Hilfe im gesamten Osten des Landes. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen bemühen sich, die Verfügbarkeit von medizinischer Hilfe zu erhöhen und auf Gesundheitskrisen zu reagieren. So impften sie landesweit mehr als 1,2 Millionen Kinder gegen Masern.
  • Im Juli 2013 wurden vier kongolesische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen durch eine bewaffnete Gruppe bei einem Angriff auf Kamango, Provinz Nordkivu, entführt. Trotz anhaltender aktiver Suche ist ihr Verbleib mehr als ein Jahr später noch immer unklar.
  • In der Provinz Nordkivu leistete Ärzte ohne Grenzen basismedizinische Versorgung im Vertriebenencamp Mugunga III. Die Teams führten mehr als 41.800 Sprechstunden durch und versorgten 840 Opfer sexueller Gewalt. In der Provinzhauptstadt Goma behandelten sie 1.660 Cholera-Patienten. Im Krankenhaus in Rutshuru boten die Mitarbeiter umfassende medizinische Hilfe an, inklusive Chirurgie, Intensiv- und Notfallversorgung sowie Hilfe für Opfer sexueller Gewalt. So nahmen sie 2013 mehr als 7.600 chirurgische Eingriffe vor. In Masisi betreuten sie das Allgemeine Krankenhaus (Innere, Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Kinder- und Säuglingsstation) sowie zwei Gesundheitszentren in Masisi und Nyabiondo. Umfangreiche Gesundheitsversorgung fand ebenso im Krankenhaus in Mweso statt. Hier sind psychiatrische Dienste in die Basisversorgung integriert. Das nahegelegene Projekt in Kitchanga wurde zur Jahresmitte geschlossen. Obwohl das Projekt in Mweso aus Sicherheitsgründen zweimal im Jahr 2013 unterbrochen wurde, gaben die Teams mehr als 140.000 Konsultationen im Krankenhaus, führten etwa 1.300 chirurgische Eingriffe durch und halfen bei 4.500 Geburten. Das Basisgesundheitsprojekt in Pinga musste aus Sicherheitsgründen von Juli bis zum Jahresende geschlossen werden. Zuvor hatten die Mitarbeiter dort 34.389 ambulante Sprechstunden gegeben sowie 5.100 Malaria-Konsultationen und 900 psychologische Gespräche geführt.
  • In der Provinz Südkivu lebten mehr als 800.000 Vertriebene im Jahr 2013. Die meisten von ihnen sammelten sich den Gebieten um Kalehe und Shabunda. Ärzte ohne Grenzen bot in den Krankenhäusern in Kalonge, Shabunda und Matili sowie in 15 Gesundheitszentren basismedizinische und fachärztliche Hilfe an. Im konfliktreichen Gebiet von Minova unterstützten die Teams zudem ein Krankenhaus und drei Gesundheitszentren. In der Fizi-Region leistete Ärzte ohne Grenzen umfangreiche medizinische Hilfe in den Krankenhäusern in Baraka und Lulimba sowie in sechs Gesundheitszentren. Zudem betreuten die Teams zwei Cholera-Behandlungszentren und bauten ein neues Krankenhaus mit 100 Betten in Lulimba. Die Nothilfeteams von Ärzte ohne Grenzen reagierten auch auf mehrere Epidemien in Südkivu: Sie halfen bei sechs Cholera-Ausbrüchen, impften etwa 100 Personen gegen Tollwut und behandelten rund 64.000 Malaria-Patienten in Fizi und 43.000 Malaria-Kranke in Shabunda. Insgesamt gaben die Teams in Südkivu mehr als 565.000 ambulante Konsultationen im Jahr 2013.
  • In der Provinz Katanga gibt es nur sehr wenig humanitäre Hilfe. Im Krankenhaus von Kabalo sowie in 15 Gesundheitszentren behandelte Ärzte ohne Grenzen vor allem Kinder, die an Malaria erkrankt waren. Infolge eines Masern-Ausbruchs versorgten die Teams die Kinder medizinisch und führten eine gezielte Impfkampagne durch. Im April beendeten sie ein Cholera-Projekt in Lubumbashi, wo sie ein Behandlungszentrum mit 80 Betten gebaut und insgesamt 5.904 Patienten versorgt hatten.
  • In der Provinz Orientale arbeiteten die Mitarbeiter in einem Gesundheitszentrum in Geti, in dem sie 59.567 Konsultationen durchführten. Im Krankenhaus von Geti unterstützen sie vor allem die Geburtshilfe und Chirurgie, nachdem es im August zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen war. Die Teams halfen bei 726 Geburten und operierten 106 Patienten. Zudem betreuten sie zwei mobile Kliniken und verteilten rund 10.000 Nothilfe-Kits. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch die Rettungsstelle im Krankenhaus von Dingila. Rund 73.336 Personen wurden zudem auf Schlafkrankheit getestet und 1.358 Patienten behandelt.
  • Das HIV-Programm im Kabinda-Krankenhaus in der Hauptstadt Kinshasa wurde zunehmend dezentralisiert. Rund 5.500 Patienten erhielten antiretrovirale Medikamente.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1981 in der D. R. Kongo.

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