Unsere Hilfe in Kamerun

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Kamerun auf den Osten des Landes. Dort führten die Teams ein Nothilfeprojekt zur Versorgung von Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik durch.

Die Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Hunderttausende Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik suchten 2014 Zuflucht in Kamerun und anderen Ländern. Allein im Februar kamen etwa 9.000 Flüchtlinge innerhalb von zehn Tagen in Kamerun an, bis zum Jahresende waren es rund 135.000 Menschen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Kamerun unterstützte Ärzte ohne Grenzen ab Januar 2014 das Gesundheitsministerium mit medizinischer, psychologischer und Ernährungshilfe an den Flüchtlingsstandorten Garoua-Boulaï, Gado-Badzéré, Gbiti und Batouri. Die Mehrheit der Patienten litt unter Mangelernährung, Malaria und Atemwegsinfektionen. Die medizinische Hilfe, vor allem Geburtshilfe und die medizinische Versorgung von Kindern bis zum Alter von 15 Jahren, stand auch der lokalen Bevölkerung zur Verfügung. Zudem halfen die Teams bei  Impfkampagnen.
  • In Garoua-Boulaï, einer kleinen Grenzstadt, führten die Mitarbeiter medizinische Sprechstunden durch, verteilten Hilfsgüter und verbesserten die Wasser- und Sanitärversorgung am Transitort Pont Bascule. Die Wasser- und Sanitäraktivitäten wurden im Oktober 2014 an die Nichtregierungsorganisation „Solidarité Internationale“ übergeben. Ein weiteres Team arbeitete im Bezirkskrankenhaus und gab mehr als 1.000 ambulante Sprechstunden wöchentlich. Im Evangelischen Krankenhaus unterstützte Ärzte ohne Grenzen das Ernährungszentrum und erhöhte 2014 die Bettenanzahl auf 100, um mehr schwer mangelernährte Kinder aufnehmen zu können.
  • Die Hilfe in Kamerun umfasste von Februar bis Oktober 2014 auch die Unterstützung eines Gesundheitszentrums im Lager Gado-Badzéré, das rund 25 Kilometer von Garoua-Boulaï entfernt liegt. Ärzte ohne Grenzen bot dort ein ambulantes Ernährungszentrum und psychologische Einzel- sowie Gruppensitzungen an. Zudem verbesserten die Mitarbeiter die Wasser- und Sanitärversorgung im Camp, führten epidemiologische Untersuchungen durch und reagierten rasch auf einen Cholera-Ausbruch.
  • Im März nahm  Ärzte ohne Grenzen die Arbeit in Gbiti auf, einer anderen Grenzstadt, wo mehr als 20.000 Flüchtlinge registriert wurden. Die Mitarbeiter gaben hier wöchentlich rund 1.000 Sprechstunden, lieferten Trinkwasser und bauten Latrinen und Duschen in einem Camp. Zwei mobile Teams leisteten medizinische Hilfe für verstreute Flüchtlingsgruppen in der Region. Patienten, die intensiver versorgt werden mussten, wurden in die Krankenhäuser nach Batouri oder Bertoua gebracht. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch das Bezirkskrankenhaus in Batouri bei der Versorgung von Patienten mit schwerer Mangelernährung, bei denen es medizinische Komplikationen gab. Die Bettenkapazität wurde auf 150 erhöht.
  • Im Juni 2014 reduzierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Kamerun: Ein langjähriges Projekt, der Buruli-Ulker-Pavillon in Akonolinga, wurde an das Gesundheitsministerium übergeben. Das Projekt startete 2002, weil es viele Menschen mit Buruli-Ulker gab, einer chronischen Infektion, die Haut und Gewebe zerstört. Ärzte ohne Grenzen stellte in den zwölf Jahren Labordiagnosen, Antibiotika, Wundreinigung, chirurgische Eingriffe und Physiotherapie zur Verfügung. Rund 1.400 Patienten wurden seit Projektbeginn behandelt und rund 43.000 Menschen profitierten von den Aufklärungsmaßnahmen. Das schweizerische Universitätskrankenhaus in Genf wird weiterhin kamerunische Medizinstudenten im Bereich chronischer Wundbehandlung und –versorgung ausbilden. Dies schließt auch Buruli-Ulker ein.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Kamerun an.

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