Unsere Hilfe in Kamerun

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Für viele Menschen in Kamerun wird der Zugang zur medizinischen Versorgung durch das zentralisierte Gesundheitssystem und die Behandlungskosten erschwert. Besonders benachteiligt sind Patienten mit vernachlässigten Krankheiten wie Buruli Ulker, vor allem, wenn sie in ländlichen Regionen leben.

Unsere Hilfe in Kamerun im Einzelnen (Auszug):

  • Buruli Ulker ist eine tropische Krankheit, die meistens Haut und dünnes Gewebe an Armen und Beinen zerstört. Dies kann zu sekundären Infektionen führen, die Bewegungsfähigkeit einschränken und dauerhaft Behinderungen und Narben verursachen, wenn die Krankheit nicht behandelt wird. Wird die Krankheit früh genug entdeckt, können die meisten Patienten mithilfe von Antibiotika geheilt werden. Manchmal sind auch chirurgische Eingriffe nötig. Noch immer ist unklar, wie genau Buruli Ulker übertragen wird. Ungefähr die Hälfte der Erkrankten in Afrika sind Kinder. Im Buruli-Ulker-Pavillon von Ärzte ohne Grenzen, der im Krankenhaus in Akonolinga untergebracht ist, werden Menschen mit Verdacht auf Buruli Ulker untersucht. Es werden Labortests durchgeführt, und bei positiver Diagnose erhalten die Patienten Antibiotika, Wundversorgung, bei Bedarf einen operativen Eingriff  sowie Physiotherapie. Alle Patienten werden zudem routinemäßig auf HIV getestet. 12,5 Prozent der Menschen, die im Verlauf des Jahres ins Programm aufgenommen werden, waren HIV-positiv. Dies ist fast dreimal so hoch wie die geschätzte Prävalenz der Bevölkerung. Alle Patienten, die sowohl unter Buruli Ulker leiden als auch HIV-positiv sind, werden umfassend versorgt. 2013 behandelte das Team insgesamt 188 Patienten mit chronischen Wunden, die auf Buruli Ulker zurückzuführen waren. Die Mitarbeiter legten zudem 15.800 Wundverbände an, nahmen 48 neue Patienten auf und führten 78 chirurgische Eingriffe durch. Seit November 2011 wird danach geforscht, wie die Diagnose von Buruli Ulker in ressourcenarmen Ländern mit einer hohen Krankheitshäufigkeit erleichtert werden kann. Ziel ist es, den medizinischen Fachkräften die Identifizierung von Fällen mit einem einfachen diagnostischen Raster zu ermöglichen. 2013 wurde die erste Phase der Studie abgeschlossen. 370 Patienten nahmen daran teil.
  • Das HIV-Programm in Douala wurde im April an das Gesundheitsministerium übergeben. Tenofir wurde als Medikament der ersten Therapielinie akzeptiert.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1984 in Kamerun.

 

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