Bolivien

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ärzte ohne Grenzen übergab im Jahr 2013 das Chagas-Programm in Aiquile an die Gesundheitsbehörden, nachdem die Mitarbeiter zuvor erfolgreich eine integrierte Behandlungsstrategie eingeführt hatten, die Prävention, Diagnose und Therapie umfasst.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Chagas ist eine parasitäre Erkrankung, die in Lateinamerika häufig vorkommt. Sie wird meist durch den Biss einer infizierten Raubwanze übertragen, die oft in den Wand- und Dachritzen ländlicher Lehmhütten lebt. Die Krankheit kann jahrelang ohne Symptome verlaufen. Bleibt sie jedoch unbehandelt, kann sie die inneren Organe befallen und zu Herzversagen oder zum Tod führen.
  • Die Behandlung von Chagas in der Provinz Narciso Campero, wo die Häufigkeit der Erkrankung bei fast 40 Prozent liegt, ist für die Menschen sowohl geografisch als auch finanziell stets schwierig gewesen: Die Mehrheit der Bevölkerung dort lebt in entlegenen Gebieten, die weit entfernt von städtischen Krankenhäusern und Gesundheitszentren liegen. Diese Einrichtungen bieten zudem oft nur eine  kostenpflichtige Behandlung an.
  • Im Jahr 2009 startete Ärzte ohne Grenzen ein integriertes Chagas-Programm für die Menschen in den Gemeinden Aiquile, Omereque und Pasorapa. Die Teams, die in Gemeindekliniken und Gesundheitszentren arbeiteten, diagnostizierten und behandelten Personen im Alter zwischen 1 und 60 Jahren auf Chagas. Zudem bildeten sie nationales Gesundheitspersonal fort. Ärzte ohne Grenzen unternahm große Anstrengungen, um über die Krankheit aufzuklären: So wurden die Dorfgemeinschaften in die Überwachung und Kontrolle der Krankheit durch Workshops, wöchentliche Besprechungen und eine Radiosendung einbezogen.
  • Im September 2013 wurde das Projekt planmäßig an das Chagas-Programm des Gesundheitsministeriums und an das Gesundheits-Netzwerk der Provinz übergeben. Ärzte ohne Grenzen plant zurzeit ein neues Projekt in Aiquile. Dort soll ein nachhaltiges Behandlungsmodell eingeführt werden, das auch an anderen Standorten angewendet werden kann.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1986 in Bolivien.

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