Unsere Hilfe in Bolivien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Schätzungsweise eine Million Menschen sind mit den Erregern der Chagas-Krankheit infiziert. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Bolivien auf die Behandlung dieser Krankheit.

Unsere Hilfe in Bolivien im Einzelnen (Auszug):

  • Wer sich mit dieser parasitären Krankheit infiziert, kann jahrelang ohne Symptome leben. In einem Drittel der Fälle entwickeln die Infizierten Komplikationen, die ohne Behandlung zum Tod führen können. Chagas ist in Bolivien in 60 Prozent des Landes endemisch und wird üblicherweise durch den Biss einer Raubwanze (Triatoma infestans) übertragen. Das Insekt lebt in Wand- und Dachritzen der ländlichen Lehmhütten. Ärzte ohne Grenzen fokussiert die medizinische Hilfe in Bolvien auf die Behandlung dieser Krankheit, denn nur vier Prozent der Infizierten werden behandelt, da viele Kranke keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Die Regierung erkennt Chagas als wichtiges Problem an und bemüht sich um Hilfe für die Erkrankten. Bislang ist die Behandlung von Chagas allerdings weder in die Basisgesundheitsversorgung integriert noch wird sie garantiert.
  • Ärzte ohne Grenzen hat im Rahmen der Hilfe in Bolivien Chagas-Behandlungsprogramme eingeführt und in den vergangenen Jahren vor allem in der Provinz Narciso Campero gearbeitet, in der die Krankheit hauptsächlich vorkommt. Das Gesundheitsministerium hat dieses Programm 2013 übernommen. Seit 2014 konzentriert sich Ärzte ohne Grenzen zudem auf die Hilfe in einem anderen sehr betroffenen Gebiet: Die Gemeinde Monteagudo in der Provinz Hernando Siles im Department Chuquisaca. Kaum einer der 61.900 Bewohner dieser Region hat Zugang zu medizinischer Behandlung. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden in Bolivien arbeitet Ärzte ohne Grenzen an einem Präventions- und Behandlungsmodell, das in die Basisgesundheitsversorgung integriert werden kann.
  • Die Hilfe in Bolivien umfasste 2014 auch eine Kooperation von Ärzte ohne Grenzen mit dem Gesundheitsministerium und der John Hopkins Universität, um den Start von EMOCHA vorzubereiten, einer elektronischen Überwachungs-App: Sobald der Befall von Raubwanzen entdeckt wird, schickt ein Freiwilliger der Gemeinde eine kostenlose SMS an das zentrale Informationssystem. Daraufhin wird ein Vektorkontrollteam in das Gebiet entsandt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Bolivien an.

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