Bangladesch

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Auch im Jahr 2013 überquerten Menschen vom Volksstamm der Rohingya, die zu einer ethnischen und religiösen Minderheit in Myanmar gehören, die Grenze zu Bangladesch. Sie flohen vor schwerer Diskriminierung und sporadischer Gewalt in ihrer Heimat.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • In den vergangenen vier Jahrzehnten sind mehr als 200.000 Rohingya von Myanmar nach Bangladesch geflohen. Viele haben kaum noch Hoffnung, jemals in ihre Heimat zurückkehren zu können. Auch in Bangladesch leiden sie unter Diskriminierung. Da die meisten von ihnen keine Papiere haben, sind sie von der öffentlichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. In Cox´s Bazar bot Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2013 weiterhin umfangreiche medizinische Hilfe an, die Basisgesundheitsversorgung, Geburtshilfe und psychologische Unterstützung einschloss. Dieses Angebot richtete sich sowohl an die lokale Bevölkerung als auch an die 30.000 Rohingya im Notlager nahe Kutupalong. Die Klinik im Camp verfügt über eine kleine Stabilisierungseinheit für schwer mangelernährte Kinder, einige Betten zur stationären Versorgung und ein Durchfall-Behandlungszentrum. Schwerkranke Patienten werden zur fachmedizinischen Behandlung mit einem Rettungswagen von Ärzte ohne Grenzen in ein Krankenhaus gebracht. Die Teams behandelten 2013 mehr als 74.300 Patienten in der Klinik.
  • In der Hauptstadt Dhaka leben 15 Millionen Menschen. Eine halbe Million von ihnen wohnt am Ufer des Flusses Buriganga im größten Armenviertel der Stadt, in Kamrangirchar. Die Menschen dort haben kaum Zugang zum überfüllten Gesundheitssystem der Hauptstadt. Ärzte ohne Grenzen betreute  daher auch 2013 ein Gesundheitszentrum in diesem Armenviertel, das kostenlose basismedizinische Hilfe sowie sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung für junge Frauen anbot. Viele Bewohner im Slum leiden unter Durchfall und Hauterkrankungen aufgrund der schlechten Trinkwasserqualität und unhygienischen Lebensbedingungen. Das Programm von Ärzte ohne Grenzen fokussiert daher zunehmend auf umweltbedingte Krankheiten.
  • Im Jahr 2010 startete ein Kala-Azar-Behandlungsprojekt im Bezirk Fulbaria, das erfolgreich eine Therapie mit dem Medikament Liposomal Amphotericin B einführte. Im März 2013 wurde dieses Projekt an die Gesundheitsbehörden übergeben. Ärzte ohne Grenzen wartet gegenwärtig auf die Erlaubnis, die „Post-Kala-Azar Dermal Leishmaniasis“ behandeln zu dürfen.
  • Am 24. April 2013 stürzte ein achtstöckiges Gebäude einer Bekleidungsfabrik in Savar ein, einem Unterbezirk der Hauptstadt Dhaka. Viele Fabrikarbeiter, die den Einsturz überlebten, waren traumatisiert. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen bot psychologische Hilfe für 413 Überlebende und Rettungskräfte an.
  • Die Teams leisteten auch psychologische Nothilfe für 28 Menschen, die Verbrennungen erlitten, nachdem während der Vorwahlen in Dhaka am 12. Dezember 2013 Brandbomben auf öffentliche Transportmittel geworfen worden waren.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1985 in Bangladesch.

 

 

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