Unsere Hilfe in Armenien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Armenien auf die Unterstützung des Gesundheitsministeriums, um die Ausweitung resistenter Tuberkulosefälle im Land zu kontrollieren.

Unsere Hilfe in Armenien im Einzelnen (Auszug):

  • Tuberkulose (TB) ist weiterhin ein ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit: Armenien weist eine der höchsten Raten an resistenter Tuberkulose weltweit auf. Dem Nationalen Referenzlabor zufolge wurde im Jahr 2012 bei 38 Prozent der wiederholt behandelten Patienten resistente TB diagnostiziert. Bezogen auf alle neuen TB-Fälle sind 14 Prozent der Patienten an resistenter TB erkrankt.
  • Seit 2005 leistet Ärzte ohne Grenzen bereits Hilfe in Armenien, um die Diagnose und Behandlung von resistenter Tuberkulose zu verbessern und die Patienten bei der schwer durchzuhaltenden Therapie zu unterstützen. Die Therapietreue wurde durch Aufklärung, Beratung und soziale Hilfe erhöht. Zudem war Ärzte ohne Grenzen behilflich, Maßnahmen zur Infektionskontrolle umzusetzen.
  • Seit April 2013 gibt es das neue TB-Arzneimittel Bedaquilin für Patienten mit resistenter und extrem resistenter Tuberkulose. Zwischen April 2013 und September 2014 wurden 46 Patienten mit diesem Medikament versorgt. Für Ärzte ohne Grenzen umfasste 2014 die Hilfe in Armenien die Lieferung der Arzneimittel, die tägliche Versorgung der Patienten und ihre Nachsorge. Darüber hinaus wurden andere Antibiotika zur Verfügung gestellt, die resistente TB-Formen wirksam behandeln.
  • Bisherige Behandlungsformen von resistenter und extrem resistenter Tuberkulose dauern bis zu zwei Jahre. Sie sind schmerzhaft und können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, wie Taubheit. Zudem sind sie nicht sehr wirksam: Die Heilungsrate liegt bei unter 50 Prozent. Jahreszeitlich bedingte wirtschaftliche Migration und das mit der Krankheit verbundene soziale Stigma erschweren die Therapietreue der Patienten zusätzlich. Ärzte ohne Grenzen kooperierte mit den Gesundheitsbehörden, um die Erkrankten individuell zu unterstützen, beispielsweise durch häusliche Pflege und Beratung.
  • Ziel von Ärzte ohne Grenzen für die Hilfe in Armenien ist es, die Kapazität des Nationalen Behandlungsprogramms für resistente TB auszuweiten, bevor dieses Projekt übergeben wird. Dies ist für 2016 geplant.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1988 Hilfe in Armenien an.

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