“No Time to Quit”: Die WM ist zuende, der Kampf gegen HIV/Aids geht weiter

„HALFTIME! – No Time to Quit HIV/Aids-Funding“ lautete also das Motto, unter dem die Teams von Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Ländern Events organisierten, um die drohende Finanzierungskrise von HIV-Projekten im Zuge der allgemeinen Fußball-Begeisterung auf’s Trapez zu holen. Die Welt soll Tore schießen im Kampf gegen HIV/Aids und die Möglichkeit dazu bestand in den vergangenen Tagen allen voran natürlich in Johannesburg, aber zum Beispiel auch in Blantyre in Malawi, in Genf und in Berlin. In Berlin stieg das HALFTIME!-Event am spielfreien Freitag, 9. Juli im WM-Klub Tante Käthe im Mauerpark.
34 Tore fielen allein beim HALFTIME!-Turnier in Südafrika. Und bedenkt man, dass das ja fast Profis sind, sind die Tore der engagierten Berliner Torschützen bei HALFTIME! im Mauerpark eine beeindruckende Leistung: Trotz Hitze beförderten sie den rosarot genoppten HI-Virusball 16 mal durch die Öffnungen der Torwand. Davon können die Niederländer und Spanier wahrscheinlich nur träumen.
Wie nötig das Engagement gegen HIV/Aids ist und auch in Zukunft sein wird, veranschaulichte dann der Vortrag von Stefanie Dressler und Volker Westerbarkey, die beide für Ärzte ohne Grenzen in einem HIV-Projekt in Epworth in Simabwe gearbeitet haben. Die Fotos der Menschenmassen, die dort jeden morgen anstehen, um behandelt zu werden, bleiben sicherlich vielen Zuhörern noch lange in Erinnerung. Bis zu 500 Patienten werden in Epworth an Hochtagen versorgt. Das klingt unglaublich viel, und ist doch wenig im Verhältnis zu den geschätzten 33.000 Menschen, die in Epworth eine ARV-Behandlung bräuchten. Von den geschätzten 220.000 Einwohnern dieses Vororts von Harare sind mindestens 15% HIV-positiv.
Der Einsatz der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor Ort gibt den Patienten neue Kraft und Lebensfreude. In Epworth schlossen sich letztes Jahr HIV-positive Frauen zu einem Fußball-Team zusammen, den „ARV Swallows“. Sie wollten der Welt zeigen, dass auch sie Fußball spielen können. Inzwischen sind die „Positive Soccer Ladies“ in ihrem Land zu Stars geworden und es gibt einen Film über sie. Das HALFTIME!-Turnier in Jo’burg haben die ARV-Swallows zwar nicht gewonnen, aber bei der Filmvorführung im Tante Käthe eroberten die Ladies die Herzen der Zuschauer mit beherzten Pässen, fußballerischem Ehrgeiz und ihrem Lebensmut.
Den Musikern Ruffin N’koy featuring l’Universelle Grande Lokito aus dem Kongound Westafrika fiel es in dieser Atmosphäre nicht allzu schwer, den afrikanischen Geist im Tante Käthe weiter zu beschwören. Das Publikum tanzte zu Liedern über „l’Afrique, l’Afrique“, lauschte still bei einem Lied, das von Menschen handelte, „die man vermisst, weil sie gestorben sind“, wie der Sänger Ruffin Nkoy erklärte. In Afrika, wo besonders viele Menschen von HIV/Aids betroffen sind, ist das immer ein Thema. Am Ende des Konzerts waren die Gäste begeistert. Die Musiker selbst übrigens auch. „Man müsste so etwas wie heute Abend überall auf der Welt machen“, sagte Charlie, der zweite Sänger nach dem Konzert. Das machen wir ja – HALFTIME! ist eine internationale Kampagne. Das hat Charlie gefallen.
„No Time to Quit HIV/Aids Funding“ lautet das Motto unserer Kampagne auch weiterhin. In Johannesburg, Blantyre und Berlin sind zahllose Menschen darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Finanzmittel im Kampf gegen HIV/Aids jetzt nicht reduziert und das Match gegen HIV/Aids nicht nach der ersten Halbzeit beendet werden darf. Der Kampf muss weiter gehen. Aber mit dem Ende der FIFA-WM 2010 ist es nun Zeit, diesen Blog zu beenden. Im Namen der HIV-positiven Fußballerinnen aus dem südlichen Afrika, der Teams von Ärzte ohne Grenzen in mehr als sechzig Ländern und für alle HIV-infizierten Menschen weltweit danken wir den Lesern für ihr Interesse und die moralische Unterstützung unseres Kampfes gegen HIV/Aids.
Wer das Thema weiterverfolgen möchte, findet weitere Informationen auf der website der Medikamentenkampagne unter
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/informieren/medikamentenkampagne/index.html
Tore schießen gegen HIV/Aids beim HALFTIME! Event in Berlin

Tore schießen gegen HIV/Aids beim HALFTIME! Event in Berlin

„HALFTIME! – No Time to Quit HIV/Aids-Funding“ lautete also das Motto, unter dem die Teams von Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Ländern Events organisierten, um die drohende Finanzierungskrise von HIV-Projekten im Zuge der allgemeinen Fußball-Begeisterung auf’s Tapet zu holen. Die Welt soll Tore schießen im Kampf gegen HIV/Aids und die Möglichkeit dazu bestand in den vergangenen Tagen allen voran natürlich in Johannesburg, aber zum Beispiel auch in Blantyre in Malawi, in Genf und in Berlin. In Berlin stieg das HALFTIME!-Event am spielfreien Freitag, 9. Juli im WM-Klub Tante Käthe im Mauerpark.

34 Tore fielen allein beim HALFTIME!-Turnier in Südafrika. Und bedenkt man, dass das ja fast Profis sind, sind die Tore der engagierten Berliner Torschützen bei HALFTIME! im Mauerpark eine beeindruckende Leistung: Trotz Hitze beförderten sie den rosarot genoppten HI-Virusball 16 mal durch die Öffnungen der Torwand. Davon können die Niederländer und Spanier wahrscheinlich nur träumen.

Wie nötig das Engagement gegen HIV/Aids ist und auch in Zukunft sein wird, veranschaulichte dann der Vortrag von Stefanie Dressler und Volker Westerbarkey, die beide für Ärzte ohne Grenzen in einem HIV-Projekt in Epworth in Simabwe gearbeitet haben. Die Fotos der Menschenmassen, die dort jeden morgen anstehen, um behandelt zu werden, bleiben sicherlich vielen Zuhörern noch lange in Erinnerung. Bis zu 500 Patienten werden in Epworth an Hochtagen versorgt. Das klingt unglaublich viel, und ist doch wenig im Verhältnis zu den geschätzten 33.000 Menschen, die in Epworth eine ARV-Behandlung bräuchten. Von den geschätzten 220.000 Einwohnern dieses Vororts von Harare sind mindestens 15% HIV-positiv.

Konzentrierte Zuhörer beim Vortrag über das Projekt in Simbabwe

Konzentrierte Zuhörer beim Vortrag über das Projekt in Simbabwe

Der Einsatz der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor Ort gibt den Patienten neue Kraft und Lebensfreude. In Epworth schlossen sich letztes Jahr HIV-positive Frauen zu einem Fußball-Team zusammen, den „ARV Swallows“. Sie wollten der Welt zeigen, dass auch sie Fußball spielen können. Inzwischen sind die „Positive Soccer Ladies“ in ihrem Land zu Stars geworden und es gibt einen Film über sie. Das HALFTIME!-Turnier in Jo’burg haben die ARV-Swallows zwar nicht gewonnen, aber bei der Filmvorführung im Tante Käthe eroberten die Ladies die Herzen der Zuschauer mit beherzten Pässen, fußballerischem Ehrgeiz und ihrem Lebensmut.

Den Musikern Ruffin N’koy featuring l’Universelle Grande Lokito aus dem Kongo und Westafrika fiel es in dieser Atmosphäre nicht allzu schwer, den afrikanischen Geist im Tante Käthe weiter zu beschwören. Das Publikum tanzte zu Liedern über „l’Afrique, l’Afrique“, lauschte still bei einem Lied, das von Menschen handelte, „die man vermisst, weil sie gestorben sind“, wie der Sänger Ruffin Nkoy erklärte. In Afrika, wo besonders viele Menschen von HIV/Aids betroffen sind, ist das immer ein Thema. Am Ende des Konzerts waren die Gäste begeistert. Die Musiker selbst übrigens auch. „Man müsste so etwas wie heute Abend überall auf der Welt machen“, sagte Charlie, der zweite Sänger nach dem Konzert. Das machen wir ja – HALFTIME! ist eine internationale Kampagne. Das hat Charlie gefallen.

No Time to Quit: die Kampagne geht weiter

No Time to Quit: die Kampagne gegen HIV/Aids geht weiter. Fotos: Barbara Sigge

„No Time to Quit HIV/Aids Funding“ lautet das Motto unserer Kampagne auch weiterhin. In Johannesburg, Blantyre und Berlin sind zahllose Menschen darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Finanzmittel im Kampf gegen HIV/Aids jetzt nicht reduziert und das Match gegen HIV/Aids nicht nach der ersten Halbzeit beendet werden darf. Der Kampf muss weiter gehen. Aber mit dem Ende der FIFA-WM 2010 ist es nun Zeit, diesen Blog zu beenden. Im Namen der HIV-positiven Fußballerinnen aus dem südlichen Afrika, der Teams von Ärzte ohne Grenzen in mehr als sechzig Ländern und für alle HIV-infizierten Menschen weltweit danken wir den Lesern für ihr Interesse und die moralische Unterstützung unseres Kampfes gegen HIV/Aids.

Wer das Thema weiterverfolgen möchte, findet weitere Informationen auf der website der Medikamentenkampagne unter

http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/medikamentenkampagne

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Bombers gewinnen HALFTIME!-Titel

Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes "Opportunistic Infection Bombers" (OI Bombers). Munyaradzi Dodho, Coach der Mannschaft, feiert den Sieg im Endspiel des HALFTIME!-Turniers. Das Team war mit 12 von 34 Treffern die torgefährlichste Mannschaft. Copyright: Lisa Skinner

BU: Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes “Opportunistic Infection Bombers” (OI Bombers). Munyaradzi Dodho, Coach der Mannschaft, feiert den Sieg im Endspiel des HALFTIME!-Turniers. Das Team war mit 12 von 34 Treffern die torgefährlichste Mannschaft. Copyright: Lisa Skinner


Wo sich Fußball und HIV/Aids-Behandlung treffen:
Stimmen von Fußballplätzen in Bulawayo

Die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2010 ist fast zu Ende und trotz der Enttäuschung darüber, dass Ghanas Black Stars jetzt nicht mehr im Rennen sind, ist die Aufregung im ganzen südlichen Afrika immer noch spürbar – selbst im nördlich von der Gastgebernation Südafrika gelegenen Simbabwe. Dort arbeite ich als Krankenschwester für Ärzte ohne Grenzen (MSF) in einem Projekt zur HIV/AIDS-Behandlung.

Da dies das erste Mal ist, dass ich einen Blogeintrag schreibe, musste ich mich natürlich auch mit der unvermeidlichen Frage herumschlagen: “Wo fange ich bloß an?” Also sprach ich mit unseren Sozialarbeitern und mit unserer Abteilung für Information, Bildung und Kommunikation und bekam so einen Eindruck davon, was HIV für unsere Patienten mit Fußball zu tun hat. Zu den vielen Aktivitäten von MSF in Bulawayo gehört es nämlich auch, die monatlichen Freizeitaktivitäten der HIV-Selbsthilfegruppen zu unterstützen.

Insgesamt gibt es in Bulawayo 145 Selbsthilfegruppen, die sich ein Mal pro Woche treffen. Und ein Mal pro Monat treffen sich alle der aus jeweils zehn Selbsthilfegruppen bestehenden Distrikte und spielen miteinander Fußball und Netzball. MSF leistet im logistischen Bereich Unterstützung und stellt Material zur Verfügung. Die Spieler und Spielerinnen erhalten Fußbälle, Erfrischungen und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, und der Transport ist für sie gratis. Wir fördern auch ein Empowerment-Programm für zentrale Personen in den Selbsthilfegruppen.

So beschloss ich vergangene Woche also, zu einem solchen Monatstreffen zu gehen, die Spieler und Spielerinnen zu treffen und zu hören, was sie über HIV, Fußball und die Weltmeisterschaft so denken. Hier sind ihre Geschichten:

Shedias, Leiterin einer Selbsthilfegruppe:
Shedias wurde im Jahr 2001 gegen Tuberkulose behandelt, machte damals auch einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass sie HIV-positiv ist.
“HIV-positiv zu sein ist wie Fußball spielen: entweder du gewinnst oder du verlierst. Ich glaube, ich werde gewinnen. Wenn wir als Team arbeiten und wenn wir positiv leben, können wir HIV besiegen. Einer der Spieler, auf die es wirklich ankommt, ist der Tormann. Er verhindert, dass HIV ein Tor schießt! Fußball ist ein schnelles Spiel, schnell wie HIV, aber wenn wir Fußball spielen, können wir auch netzwerken und miteinander sprechen und auf diesem Weg wichtige Informationen über HIV verbreiten”, sagt Shedias.

Junior, Leiter einer Selbsthilfegruppe:
2006 machte Junior einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass er HIV-positiv ist. Er gründete die Selbsthilfegruppe “Victory”, die nun 59 Mitglieder hat. Sie ziehen Kerzen, machen Erdnussbutter, und alle haben Gemüsegärten hinterm Haus. Diese Produkte verkaufen sie, und mit dem Geld, das sie dafür bekommen, zahlen sie die Schulgebühren ihrer Kinder und Medikamente zur Behandlung opportunistischer Infektionen. Diese Medikamente werden nicht immer zur Verfügung gestellt und müssen dann in Privatapotheken gekauft werden.
“Antiretrovirale Medikamente (ARV) sind die Verteidiger im Fußballspiel. Sie verhindern eine erneute Infektion und helfen uns dabei, stressfrei zu leben”, sagt Junior.

Dick, Mitglied einer Selbsthilfegruppe:
Dick machte 2009 einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass er HIV-positiv ist. Im Januar 2010 begann er eine ARV-Behandlung. Zwölf Jahre lang hatte er als Fußballtrainer gearbeitet und ein Jugendteam in die Nationalliga begleitet. Dann wurde er krank und zog sich aus den Aufgaben, die er im Fußball übernommen hatte, zurück. Vor kurzem erzählte er seiner Familie von seiner HIV-Infektion, ein Schritt, der ihm durch seine ARV-Behandlung erleichtert wurde. Seine Familie erinnert ihn nun daran, seine Medikamente rechtzeitig einzunehmen. Jetzt, wo er sich besser fühlt, möchte er sich wieder stärker im Fußball engagieren.

Für mich war das Gespräch mit Menschen, die offen sind und positiv mit HIV leben, eine unglaublich anregende und reale Erfahrung. Sie zeigt mir, dass es bei HIV nicht nur darum geht, ARV-Medikamente einzunehmen, sondern auch darum, die psychische Seite dieser Krankheit zu bewältigen.

Joanne Sage ist eine australische Krankenschwester, die für MSF in Bulawayo (Simbabwe) arbeitet. Joanne stieß 2004 zu MSF und hat bereits im Sudan und in Äthiopien gearbeitet.

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Eine Audio-Foto-Show über das HALFTIME!-Turnier

Der Blog www.wintermaerchen2010.com berichtet von der WM. Copyright: Christian Frey/Kai Schächtele

Der Blog www.wintermaerchen.com berichtet von der WM und vom HALFTIME!-Turnier. Copyright: Christian Frey/Kai Schächtele


Der Fotograf Christian Frey und der Journalist Kai Schächtele sind während der WM in Südafrika und gehen in ihrem Blog der Frage nach: “Erlebt Südafrika im Juni 2010 sein Wintermärchen?” Sie haben am vergangenen Freitag das von Ärzte ohne Grenzen organisierte Turnier “HALFTIME!” in Johannesburg besucht, bei dem Amateurteams von Menschen mit HIV/Aids und Projektmitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen gegeneinander antraten. Damit soll Aufmerksamkeit für die Situation von Menschen mit HIV/Aids und die immer noch riesigen Bedürfnisse für deren Zugang zu einer lebensverlängernden Behandlung geschaffen werden. Sehen Sie auf ihrer Blogsite www.wintermaerchen2010.com ihre Audio-Foto-Show zum Event und hören Sie die leidenschaftlichen Rede von Nokhwezi Hoboyi, einer der Betroffenen.

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Simbabwes Frauenmannschaft “ARV-Swallows” sind die Top-Favoriten beim HALFTIME!-Turnier

Das All-Star-Team Brasiliens begann die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 als früher Finalfavorit und hofft, die goldene Trophäe stemmen zu dürfen. Ähnlich ist es beim HALFTIME!-Turnier von Ärzte ohne Grenzen in Südafrika. Dort gilt eine starke Mannschaft aus Simbabwe als einer der Top-Anwärter auf den Titel – noch bevor das Turnier in Newtown Park, Johannesburg, am 2. Juli gestartet ist.

HIV-positive Spielerinnen vom Team "ARV-Swallows"

HIV-positive Spielerinnen vom Team "ARV-Swallows"

Die “ARV-Swallows”, ein Frauenteam aus dem Township Epworth bei Harare, kommen mit einer beeindruckenden Spielbilanz nach Südafrika. Sie haben die HIV-Damenliga in ihrem Heimatland gewonnen und sind motiviert, auch am Freitag zu siegen. HALFTIME! und das Turnier zeigt Menschen, die mit HIV leben, und Ärzte ohne Grenzen-Mitarbeiter aus vier Teilen Südafrikas, die Aufmerksamkeit dafür schaffen, dass es weiterer Mittel bedarf, um HIV/Aids zu bekämpfen. Am Turnier nehmen sechs Fußballteams teil, um vor der anhaltenden HIV/Aids-Notlage zu warnen.

Die “ARV-Swallows” formierten sich im Jahr 2009. Damals beschloss eine Gruppe HIV-positiver Frauen, die alle in einer Ärzte ohne-Grenzen-Klinik in Epworth behandelt wurden, eine Fußballmannschaft zu gründen, die zwei Vorurteilen entgegenwirkt: dass HIV ein Todesurteil sei und Frauen kein Fußball spielen könnten.

In diesem Jahr stellen sich die “ARV-Swallows” einer anderen Herausforderung: Sie müssen die Nachricht verbreiten, dass die HIV/Aids-Notlage noch nicht vorbei ist und Mittel für die HIV-Behandlung sichergestellt werden müssen. Darum mussten sie mehrere Veränderungen vornehmen. Sie reduzierten ihr Team von elf auf fünf Spielerinnen und mussten einen Mann ins Team holen, ihren Coach Jonas Kapakasa. Das zusätzliche Mitglied war notwendig, weil man an HALFTIME! nur teilnehmen kann, wenn beide Geschlechter im Team vertreten sind. Auch “China” spielt im Team aus Simbabwe mit … Ein multinationales Team? Nein, nein, nein … “China” ist der Spitzname von Janet Mpalume, dem Stürmerstar der “ARV-Swallows”!

Es war schon immer Janets Traum im Ausland Fußball zu spielen, und in dieser Woche wird ihr Traum Wirklichkeit werden, wenn sie und ihre Mannschaftskolleginnen zusammen mit fünf anderen Teams auf das HALFTIME!-Spielfeld in Johannesburg treten. “Wir trainieren so hart wir können, und ich glaube, dass wir die anderen Mannschaften schlagen werden. Fußball zu spielen, lässt mich das Leben spüren. Es erlaubt mir, mich zu fühlen, als wäre ich etwas Besonderes und würde von anderen Leuten geschätzt”, sagt Janet.
Die “ARV-Swallows” haben sicher den Mut und den Willen, aber werden sie Herausforderungen gegen Landsleute wie die “OI Bomber”, “Swasiland HIV Eroberer”, Mosambiques blitzschnelle “Mambinhas” und die Hoffnungsträger Südafrikas, “Siyaphila” und “Fluconazole Pirats”, schlagen können?

Wir werden sehen, ob die “ARV-Schlucker” wieder als Sieger vom Feld gehen. Besucht das Turnier in Johannisburg am Freitag, oder lest mehr über die Teams und das Turnier unter MSF-Halftime. Auch die “ARV-Swallows” haben eine Website.

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Raffinierte Beinarbeit lehrt Teenager mehr über HIV

Wie ein Jugendfestival in Südafrika versucht, Kinder über HIV aufzuklären

Es ist dieser Tage schwer, in Südafrika irgendwohin zu gehen, ohne vom Fußballfieber angesteckt zu werden. Bei der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 starten nun in dieser Woche die Viertelfinale, und ich muss gestehen, dass mich das Fußballfieber schwer gepackt hat – obwohl ich noch nie ein Fußballfan war.

Nun klebe ich bei jeder Fußballübertragung auf meinem Sessel vor dem Fernseher, und ich habe sogar damit angefangen, das Südafrika-Trikot an „Fußball-Freitagen” zu tragen. Das einzige, womit ich noch meine Probleme habe, ist ein fundiertes Verständnis von Fußballregeln!

Aber ein kürzlicher Besuch in Khayelitsha, einem großen Township im Umland von Kapstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern, wo fast jeder dritte Erwachsene HIV-positiv ist, hat mir ein anderes Gefühl für das Südafrika während der WM gegeben. Abgesehen von der Armut und der hohen Belastung durch HIV und TB Ko-Infektionen, geht das Leben in Khayelitsha (bedeutet „neues Zuhause” im lokalen Dialekt Xhosa) weiter. Die Leute feiern hier das Leben und den Fußball auf ihre eigene Art und Weise – wie auch vor Kurzem bei einem Jugendfestival an der Bulumko-Schule.

Das Festival wurde von Khayelitshas Jugendforum in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, wie Ärzte ohne Grenzen, Youth AIDS, dem Simelela Zentrum und vielen anderen Zusammenschlüssen, organisiert.

Hunderte Kinder und Jugendliche sangen und tanzten gemeinsam und nahmen an einem Gemeinschaftstheaterstück und Chorauftritten teil. Diese Aktivitäten sollen das Bewusstsein für HIV/Aids unter Jugendlichen schärfen und die HIV-Präventionsprogramme und Gesundheitseinrichtungen für Jugendliche in Khayelitsha bekannt machen. Dort erhalten Teenager HIV-Beratung und -Tests, Informationen über HIV/Aids, die antiretrovirale Therapie, sexuelle Aufklärung und werden in Sessions unterstützt. Sie lernen hier sogar Dinge fürs alltägliche Leben – alles über eine Grassroots-Fußballinitiative.

Tanzkönigin Lerato auf der Bühne

Tanzkönigin Lerato auf der Bühne

Lerato Mhlwawuli zog meine Aufmerksamkeit auf sich, weil das 6-jährige Mädchen die unumstrittene Königin der Bühne war. Sie bewegte sich in Rhythmus und Takt einer ganz ungenierten Darbietung ihrer Tanzkünste. Sie sah winzig und süß aus, aber ihre Selbstsicherheit und ihr Talent strahlten bei jedem Schritt ihrer erstaunlichen Performance. Von allen Teilnehmern bekam sie den lautesten Beifall des Publikums. Nonledo Bulana von Youth Aids umarmte Lerato voller Stolz.

„Wir von Youth Aids unterscheiden uns dadurch, dass wir uns auf HIV-Vorsorge für Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 15 Jahre konzentrieren. Ich glaube, dass es wichtig ist, Kinder und Jugendliche zu stärken, indem man sie über HIV/Aids aufklärt, und sie ihre Körper verstehen lernen. Wir machen das, weil diese Kinder die Zukunft sind und der Schlüssel zu einer HIV/Aids-freien Gesellschaft”, erklärt Nonledo.

Ich sprach auch mit Dr. Carolina Malavazzi Galvão, einer Ärztin von Ärzte ohne Grenzen aus Brasilien, die in der Jugendklinik von Khayelitsha arbeitet. Anfänglich sprachen wir über ihre Frustration über das erste Spiel der brasilianischen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft und wie Fußball für Brasilianer die Art zu leben bestimmt, egal wo sie gerade sind.

Aber sie erzählte mir auch, warum das Jugendfestival so wichtig ist: „Es ist lebensnotwendig, dass HIV-Programme verschiedene Jugendeinrichtungen einbeziehen, um zu verhindern, dass sich HIV weiter verbreitet, vor allem unter jungen Menschen. Hier in Khayelitsha ist die Zahl der HIV-Behandlungen unter Kindern und Jugendlichen sehr niedrig. Viele Patienten hören auf, in die Kliniken zu gehen. Wir müssen ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten erziehen, damit die Kinder verstehen, warum es so wichtig ist, dass sie ihre Behandlung fortsetzen und unterstützende Initiativen suchen, die ihnen helfen, mit ihrem HIV-Status umzugehen.”

Ich war glücklich zu hören, dass diese Jugendinitiativen jungen Erwachsenen helfen, zu beantworten, wie man HIV bekämpft, und dass das nächste Jugendfestival in den Zentren hier stattfinden wird, die von vielen Kindern besucht werden .

Nun bräuchte ich vor dem WM-Finale nur noch ein wenig “ExtraTime”, um das Mysterium der Fußballregeln zu lüften. Irgendwelche Freiwilligen, die mir helfen?

Baikong Mamid ist Communications Officer von Ärzte ohne Grenzen in Südafrika.

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Swasiland: Dank einer zweiten Chance im Leben die WM sehen können

Jeremiah Thwala ist mit HIV und TB infiziert. Antiretrovirale Medikamente erlauben es ihm, ein für viele selbstverständliches Vergnügen zu genießen.

Die Familie Thwala versammelt sich um das kleine Radio und hört den Kommentatoren des Eröffnungsspiels der 2010 FIFA Weltmeisterschaft zu. Die Aufregung in dem kleinen Vier-Zimmer-Haus ist so groß, dass die Nachbarn, die vorbeigehen, sie beinahe spüren können. Wie Millionen Fußballfans auf der ganzen Welt haben die Thwalas dem Großevent schon lange entgegengefiebert. Für sie ist die Weltmeisterschaft diesmal besonders aufregend, da das größte Sportereignis der Welt zum ersten Mal in der Geschichte in Afrika stattfindet – im benachbarten Südafrika.

Familie Thwala lebt in Jerusalem, einer kleinen Gemeinde in der Shiselweni Region, im Süden von Swasiland.
Das kleine Königreich Swasiland liegt zwischen Südafrika und Mosambik. Es ist das Land mit der weltweit größten HIV/Aids-Verbreitung: Jeder Vierte ist dort HIV-positiv.

Für das Familienoberhaupt, den 48-jährigen Jeremiah Twala, ist dieser Moment eine willkommene Atempause vom Leid einer Krankheit, die ihn in den vergangenen zwei Jahren schwer mitgenommen hat. Er muss immer daran denken, dass er diese historische Fußballweltmeisterschaft fast verpasst hätte, als er beinahe an der Killer-Kombination HIV und Tuberkulose (TB) gestorben wäre. Wenn er in die aufgeregten Gesichter seiner drei Kinder blickt, zwei Jungen im Teenageralter und ein Mädchen, kann er die zweite Chance nur wertschätzen, die er im Leben bekommen hat.

Jeremiah Thwala

Jeremiah Thwala

Die antiretroviralen (ARV) Medikamente und eine Behandlung gegen multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) haben es ihm ermöglicht, sein Leben zurückzubekommen. Jeremiah ist einer von Tausenden Swasis, die sowohl mit HIV als auch mit TB infiziert sind (bzw. wie in seinem Fall mit MDR-TB, die schwieriger zu behandeln und die tödlichere Form der Tuberkulose ist).

“ARVs und TB-Medikamente haben mir eine zweite Chance im Leben gegeben, aber es ist schrecklich, dass meine Frau diese zweite Chance nicht bekommen hat”, klagt er. Jeremiahs Frau, Patricia Masuku, starb im Jahr 2005, noch bevor eine Diagnose gestellt werden konnte, da die Familie nie medizinische Hilfe suchte. Sie glaubten, dass ihre Krankheit auf Hexerei von Nachbarn in der Gemeinde zurückzuführen sei.
Während viele Menschen in Swasiland durch solche irreführende Vorstellungen unnötig gestorben sind, sind heute viele am Leben, weil sie jetzt Zugang zu kostenlosen lebensrettenden HIV- und TB-Behandlungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen haben.

Jeremiah ist zurzeit aufgrund seines Gesundheitszustandes arbeitslos, aber dank der Behandlung erholt er sich langsam wieder. Er sagt, dass er allen Grund hat, unendlich dankbar zu sein, dass er Zugang zu ARVs und HIV-Medikamenten bekommen hat. Er hat nun die Chance, seine Kinder großzuziehen und sein erstes Enkelkind kennenzulernen.

Im Moment genießt er das Spiel zwischen Frankreich und Mexiko. Ein einfaches Vergnügen, das für viele selbstverständlich ist – für Jeremiah und seine Kinder aber hat es einen magischen Moment.
(Lungile Dlamini, Referent für Information, Bildung und Kommunikation, Mbabane, Swasiland.)

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Extra-Time präsentiert: HALFTIME! und die “HIV-Eroberer” aus Swasiland! Am 2. Juli gibt es in Johannesburg ein 5-a-side Turnier namens HalfTime!

Während der Weltmeisterschaft 2010 spielen sechs afrikanische Mannschaften – und weitere sechs nehmen am HalfTime! 5-a-side Turnier teil (”5-a-side” bedeutet: jede Fußballmannschaft besteht aus fünf Spielern), das am 2. Juli in Johannesburg stattfindet.

Swasiland: Die Mannschaft "HIV Conquerors" trainieren jeden Sonntag, um sich auf das von Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der WM 2010 organisierte Spiel "Halftime" am 2. Juni in Johannesburg vorzubereiten. copyright: Ärzte ohne Grenzen

Swasiland gehört zu den zielstrebigsten Fußballteams von HALFTIME! Diese kleine Nation ist noch stärker mit HIV/Aids belastet als das Nachbarland Südafrika. Sie liegt östlich der südafrikanischen Gauteng-Region und der Hauptstadt.

Die Mannschaft wird mit dem Bus zu den Spielen kommen – ist der lange Weg über die Straße N17 eine geheime Motivationsstrategie?

Sie machen jetzt schon kesse Sprüche. Ihr Name? “HIV Eroberer”! Ihr Ziel? 15 Tore an einem Tag. Und sie haben mehr als einen Monat regelmäßiges Training auf dem Buckel.

Wie viele teilnehmende Mannschaften sind sie ein Gruppe von Männern und Frauen, die mit HIV leben und zum ersten Mal zusammenkommen, um an HALFTIME teilzunehmen und damit Geber dazu aufzurufen, ihre Finanzmittel für die HIV/Aids Behandlungen zu erhöhen. Sie sind auch hier, um zu zeigen “positiv zu sein und ein positives Leben zu führen heißt: man kann alles machen”, und um ihre Erfahrungen mit anderen Menschen aus verschiedenen Nationen, die mit HIV leben, auszutauschen.

Unter ihnen sind auch Patienten, die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen geworden sind und gelernt haben, wie man neue Patienten auf ihrem Behandlungsweg begleitet. Es dauert noch drei Wochen, bis es losgeht. Wir freuen uns, diese mutigen Swazis in Südafrika begrüßen zu dürfen!

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Von der Bank aufs Feld

Im Januar bin ich nach Kamerun gereist, um einen Film über Gesundheitserziehung zu drehen. Im Mittelpunkt des Films stand Sylvestre, ein Patient, der andere Betroffene dazu motiviert, sich behandeln zu lassen. Sylvestre ist ein sanftmütiger Mann in den 30ern, der im Krankenhaus von Akonolinga, einer Stadt im Osten Kameruns, Chef des Fernsehsets ist – besonders, wenn Fußball auf dem Programm steht. Während meines Aufenthalts war er daher ein sehr wichtiger Mann: Die Nationalmannschaft von Kamerun nahm nämlich am Africa Cup of Nations in Angola teil.

Kamerun: Patienten der Station von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus in Akonolinga schauen ein Spiel ihrer Fußball-Nationalmannschaft beim Africa Cup im Januar 2010. Copyright: Ärzte ohne Grenzen

Kamerun: Patienten der Station von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus in Akonolinga schauen ein Spiel ihrer Fußball-Nationalmannschaft beim Africa Cup im Januar 2010. Copyright: Ärzte ohne Grenzen

Vor der von Ärzte ohne Grenzen erbauten Krankenstation drängten sich 50 Patienten, die an der seltenen Hautkrankheit Buruli Ulkus leiden, um Sylvestres Fernseher und verfolgten gebannt Kameruns Einsatz beim Afrika Cup. Bei jedem Torschuss gab es viel Geschrei und Tumult, doch die Hoffnung und der Einsatz der Fans wurden nicht belohnt. Kamerun verlor das Spiel.

Sylvestre ist ein leidenschaftlicher Fußballfan. Er liebt es, von seinem Helden, Roger Milla, der einst zum besten Spieler Afrikas gewählt wurde, zu erzählen. Es scheint so, als ob jedes Jahrzehnt für Kamerun eine große Herausforderung, aber auch einen möglichen Sieg bringt. Bei der FIFA Fußball Weltmeisterschaft 1990 überraschte die Nationalmannschaft die gesamte Fußballwelt, als der damals 38 jährige Milla vier großartige Tore schoss und Kamerun damit einen Platz im Viertelfinale sicherte. Niemals zuvor hatte ein afrikanisches Team bei einer Weltmeisterschaft besser gespielt. Vor der tollen Leistung von Milla und seinem Team in diesem Jahr nahmen Skeptiker afrikanische Mannschaften als WM Teilnehmer nicht ernst. “Keine Disziplin”, meinten manche. “Keine Ausdauer”, sagten andere.

Zehn Jahre später sah sich Kamerun mit einer viel größeren Herausforderung konfrontiert, einer Herausforderung mit geringen Erfolgschancen. Hier konnte Ärzte ohne Grenzen einen Beitrag leisten. Im Jahr 2000 startete Ärzte ohne Grenzen das erste Programm zur Behandlung von HIV in Kameruns Hauptstadt Yaounde und zeigte, was möglich ist: Diese ersten Patienten waren überglücklich über ihre Chance zu leben und widmeten sich mit Entschlossenheit ihrer Behandlung.

Es gab wieder Skeptiker, die meinten, dass Afrika kein Geld und keine medizinischen Einrichtungen habe und dachten, dass afrikanische Patienten nicht genug Disziplin aufbrächten, um die Therapie einzuhalten.

Heute, 2010, sind die “Lions Indomptables” (”die unbezähmbaren Löwen”) und die Betroffenen von HIV/Aids in Kamerun mit neuen Herausforderungen konfrontiert, sowohl auf dem Fußballfeld als auch in den Kliniken.

Im Fußball haben die “Unbezähmbaren Löwen” die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Südafrika geschafft und gehören damit zu den Besten der Welt. Aber im Kampf gegen HIV/Aids ist der Weg für Kamerun noch weit. Im Moment erhält nur die Hälfte derjenigen, die antiretrovirale Medikamente bräuchten, die lebensrettende Therapie. Um es in einer Fußball-Metapher auszudrücken: Es gibt elf Spieler auf dem Platz, die HIV mit antiretroviralen Medikamenten bekämpfen, aber noch elf weitere auf der Bank, die verzweifelt auf Behandlung warten.

Dann entwickelt jedoch einer der elf Spieler, die Medikamente erhalten, Resistenzen. Patienten wie er sind mit der alten Barriere konfrontiert, dass Medikamente der zweiten Behandlungslinie zu teuer und zu komplex zu verabreichen sind. Erneut setzt sich Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium dafür ein, nicht nur für eine Behandlung zu sorgen, sondern zu beweisen, dass trotz Resistenzen eine Therapie erfolgreich sein kann.

So wie Kameruns Fußballfans sich darauf vorbereiten, ihr Team anzufeuern, so werden sich wieder viele Patienten in Akonolinga vor Sylvestres Fernseher versammeln. Und mit dem gemeinschaftlichen Jubel werden die “Unbezähmbaren Löwen” stürmen, für den Stolz und die Hoffnung ihres Landes und für die Menschen, die mit HIV/Aids leben.

Marcell Nimfuehr ist Communications Advisor (Pressereferent) für die Projekte von Ärzte ohne Grenzen in Kamerun.

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Der südafrikanische Samba: Kannst du ihn spüren?

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Johannesburg

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Johannesburg

Den Geist der Weltmeisterschaft kann man hier überall in Khayelitsha spüren. Seit ich vor einem Jahr aus Brasilien hier angekommen bin, um in diesem verarmten Township für Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten, habe ich die Patienten noch nie so stolz wie heute gesehen. Sie kommen in ihren gelb-grünen Bafana-Bafana-Trikots in die Klinik und sind so aufgeregt, dass heute ihr Nationalteam im Eröffnungsspiel der ersten afrikanischen und ihrer ganz persönlichen Weltmeisterschaft spielt. Fußball ist der populärste Sport in Khayelitsha und man kann an fast jeder Straßenecke Kinder beobachten, die einen Ball kicken! Dieser Sport ist so wichtig für diese Gemeinschaften.

Ich fühle mich hier oft zu Hause, weil es viele Ähnlichkeiten zwischen meinem Land, Brasilien, und Südafrika gibt. Am Mittwoch hatten wir eine große “Vuvuzela Pause” während der Mittagszeit. Man konnte nichts außer dem schmetternden Geräusch der Vuvuzelas hören. Jeder fragt dann ständig: “Kannst du es fühlen?!” Die Aufregung und der Patriotismus unserer Patienten hallen in dem Geräusch der Vuvuzelas nach.

Alleine in Afrika starben im Jahr 2005 eine halbe Million Kinder an den Folgen von Aids. Und heute wissen wir, dass Millionen afrikanischer Babys ihren zweiten Geburtstag nicht erleben werden. Es ist eine traurige Realität, die niemand von uns vergessen sollte. Nichtsdestotrotz ist das große Sportevent, das heute startet, eine gute Möglichkeit, um das Bewusstsein für HIV/Aids nicht nur in Afrika, sondern auf der ganzen Welt zu schärfen.

Auch wenn die Bafana Bafana den Titel nicht gewinnen sollte, haben sie bewiesen, wie viel Energie die Leute in diesem Land einer Sache widmen können. Ich glaube, dass Südafrika alle positiven Anstrengungen unternimmt, um den Kampf gegen die HIV/Aids-Epidemie zu gewinnen, und das ist wirklich beeindruckend. Allein in Khayelitsha haben wir 14.500 Patienten in antiretroviraler Therapie für HIV/Aids und hoffen, dass wir dieses Jahr 20.000 Patienten erreichen können. Der Erfolg des Townships im Kampf gegen die Krankheit wurde nur durch die gemeinsamen Anstrengungen mit den Südafrikanern möglich, wurde aber auch erst durch zusätzliche Spenden von ausländischen Quellen wie dem Global Fund ermöglicht. Die Sorge ist nun, dass, wenn die Spendenflüsse versiegen, diese Erfolge wieder zurückgehen und sich die Situation vielleicht wieder verschlechtert.

Die Südafrikaner tragen eine brennende Leidenschaft in sich, die unglaubliche Veränderungen herbeiführen kann. Die Weltmeisterschaft hebt das für mich nur hervor. Ich wünsche ihnen alles Gute, dass sie diese Leidenschaft auf dem langen Weg, den sie in Angriff genommen haben, behalten.

Hochachtungsvoll,
Dr. Carolina Malavazzi Galvão
P.S. Ich unterstütze Brasilien und Südafrika und würde mich freuen, wenn einer meiner Favoriten in diesem Jahr die Trophäe gewinnt. :-)

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Den Kampf gegen Aids nicht aufgeben!

“Wie können wir den Kampf auf halber Strecke aufgeben und so tun, als sei die Krise überwunden?” – Mit dem Bericht “No time to quit: HIV/Aids treatment gap widening in Africa” warnt Ärzte ohne Grenzen vor dem Rückzug der internationalen Gebergemeinschaft aus dem Kampf gegen HIV/Aids.

Der Bericht analysiert die Auswirkungen des Rückzugs der Geber in acht Ländern südlich der Sahara. Ärzte ohne Grenzen konnte in diesen Ländern aus erster Hand erfahren, wie unzureichende finanzielle Mittel den Kampf gegen Aids gefährden.

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