Haiti

Provisorische Unterkünfte von Sturm zerstört - Ärzte ohne Grenzen verteilt Zelte

Ein Sturm zerstörte am Montagnachmittag fast ein Drittel aller Zelte in einem Camp in Coraille nördlich von Port au Prince. Nachdem mehr als 2.300 der mehr als 7.000 Bewohner des Vertriebenenlagers durch den Sturm ihre einzige Unterkunft verloren hatten, waren sie während der Nacht mit ihren Habseligkeiten schutzlos dem Regen ausgesetzt. 345 Zelte wurden zerstört.

Am Dienstag stellte die den Vereinten Nationen zugehörige Internationale Organisation für Migration 100 Zelte zur Verfügung. Ärzte ohne Grenzen wurde durch die Vereinten Nationen über die Lage informiert und verteilte weitere 245 Zelte.

Ärzte ohne Grenzen hatte nach dem Erdbeben vom 12. Januar rund 27.000 Zelte verteilt, doch als medizinische Organisation liegt der Schwerpunkt auf den anhaltenden medizinischen Bedürfnissen der vom Erdbeben Betroffenen. Daher hält Ärzte ohne Grenzen nur eine kleine Anzahl von Zelten für den Notfall bereit.

Während noch immer mehr als eine Million Menschen in Haiti obdachlos sind und in unwürdigen Zuständen unter provisorischen Unterständen aus Plastikplanen leben, geht es mit der Versorgung der Menschen mit besseren und dauerhafteren Unterkünften kaum voran. Diese Menschen warten verzweifelt auf bessere Lösungen. Der Regen und die Wirbelsturm-Saison bergen zusätzliche Risiken.

Ärzte ohne Grenzen beobachtet die Lage genau und wird der Bevölkerung mit medizinischer Nothilfe beistehen, wenn es aufgrund der Regenzeit oder nach Wirbelstürmen zu kritischen Situationen kommt. Doch die Organisation hat nur wenige Kapazitäten, dem Bedarf an Unterkünften nachzukommen.

Angesichts der fortdauernden Regenzeit und der Gefahr von Wirbelstürmen in den nächsten Monaten ist Ärzte ohne Grenzen sehr besorgt um das Wohlergehen der haitianischen Bevölkerung.

Teilen

Vervielfältigen